Krebs-Kompass-Forum seit 1997

Krebs-Kompass-Forum seit 1997 (https://www.krebs-kompass.de/index.php)
-   Kehlkopfkrebs (und Krebs im Halsbereich) (https://www.krebs-kompass.de/forumdisplay.php?f=25)
-   -   Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!? (https://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=57472)

frank089 24.11.2012 10:51

Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
Hallo zusammen,

ich möchte hier absolut keine grundsätzliche Diskussion zur Strahlentherapie eröffnen. Ich denke auch sowohl Nutzen wie Risiken und Nebenwirkungen sind mir bekannt.

Ich suche aber jemanden, der sich nach einer Oeration NICHT bestahlen ließ oder nicht bestrahlt wurde, bzw. jemanden kennt, bei dem dies der Fall war zum Erfahrungsaustausch. Natürlich ist auch jede andere Meinung willkommen!

Die Fragestellung:
Mir (50, 189, 80, keine weiteren bekannten Vor-Beschwerden oder Vor-Krankheiten) wurde vor 10 Tagen ein HPV-assoziiertes Tonsillenkarzinom entfernt:
pT1 pN2a (1/17,ECE-) gering differenziert G3 - Tumorbreite 1,3 cm
Resektionsstatus R0.
Sicherheitsabstände 12h - 0,8 cm , 3h - 0,8 cm, 6h - 1 cm, tief - 0,3 cm
Entfernt wurde auch eine 5,5 cm große pseudozystisch zerfallene Lymphknotenmetastase im Level II unter 17 Lymphknoten.
Von insgesamt operativ entfernten 17 Lymphknoten waren bis auf diesen einen o.g. Knoten alle anderen Lymphknoten metastasenfrei.
Karzinomfreies Muskelgewebe.
Das PET-CT vor der OP gab das Ergebnis M0 (keine Fernmetastasen)

Im Erstgespräch zur Strahlentherapie wurde eine Wahrscheinlichkeit JETZT wieder ganz gesund zu werden mit ca. 70% genannt.
Mit anschließender Strahlentherapie läge diese Wahrscheinlichkeit bei ca. 85%.
Als Mathematiker fragt man sich da natürlich sofort, ob diese 15% mehr Wahrscheinlichkeit die ganze Therapie mit ihren Nebenwirkungen aber auch Risiken (z.B. Sekundärtumor) denn wert sind?

Oder kann es denn sein, ob ich - oder vielleicht auch der Arzt - hier etwas missverstanden habe?

Da des Karzinom HPV-assoziiert war, gibt es evtl. auch Frauen mit HPV-assoziiertem Gebärmutterhalskrebs, die ein interessante Antwort auf meine Frage haben.

Wie gesagt, ich bin über jede Meinung dankbar, gerne auch als direkte PN an mich.

Vielen Dank und viele Grüße,
Frank

monika.f 24.12.2012 17:15

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
Hallo Frank,

Dein Beitrag liegt nun schon 4 Wochen zurück, keiner hat geantwortet, und auch ich habe keine Antwort, aber dieselbe Frage.

Ich habe vor 3 Tagen den Befund Karzinom Tonsillenregion (Mandeln wurden schon vor 40 Jahren entfernt, ich bin jetzt 52) T2, N0, Mx (Lunge wurde noch nicht geröntgt, sonst nach Panendoskopie kein auffälliger Befund) erfahren. Die Operation soll in der ersten Januarwoche sein (HNO-Uniklinik Mannheim), mehr Informationen habe ich noch nicht. Nach dem, was ich gelesen habe, wird bei T2 am hinteren Gaumen auch bestrahlt. Mit meinem Gewicht (168 cm, 49 kg) würde ich das aber doch gar nicht verkraften?

Vielleicht hast Du ja jetzt nach 4 Wochen schon ein paar Erfahrungen gemacht?

Allen, die das lesen, schöne Feiertage!

Monika

melurie 26.12.2012 08:41

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
Hallo,
ich versuche mal Euch vielleicht eine kleine Hilfe zu geben, indem ich von meinem Vater berichten kann. Bei meinem Vater wurde dieses Jahr an Pfingsten ein HypopharynxCA (PlattenepithelCA) festgestellt. T2 N0 M0. Er wurde zeitnah sehr schnell operiert mit Laser. Nachdem sich die Ärzte nach der Mikroskopischen Untersuchung der entfernten Randschnitte nicht sicher waren, ob diese Randschnitte Tumorfrei seien, wurde er ein 2. Mal operiert und nochmal diese Randschnitte weiter entfernt. Die Mikroskopische Untersuchung ergab jedoch dann, dass alles krebsfrei ist. Dann stand auch bei meinem Vater die Frage an, ob noch eine Bestrahlung erfolgen sollte. Der Professor war dann aber der Meinung, da mein Vater nur noch 48kg hatte, erstmal darauf zu verzichten und 6 Wochen später nochmal eine Pandoskopie zu machen. Auch dort haben sie nochmal Randschnitte gemacht und Proben entnommen. Diese waren wieder völlig in Ordnung. So geht mein Vater nun alle 3 Monate in die Klinik zur Untersuchung. Bisher ist alles völlig unauffällig und mein Vater nimmt super zu und es geht ihm auch gut.
Wir fühlen uns sehr gut aufgehoben in der Klinik haben vollstes Vertrauen zu unseren Ärzten. Wenn ihr Euch nicht sicher seid, holt Euch einfach nochmal eine 2. Meinung ein.
Ich weiss nicht, ob ich Euch mit meiner Geschichte etwas helfen konnte.
Ich wünsche Euch Gute Besserung und dass es bald wieder besser geht.
Für das kommende Jahr wünsche ich Euch vor allem Gesundheit.
Liebe Grüsse
Melanie

Wangi 26.12.2012 10:17

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
Hallo,

zu Bestrahlung NACH Op kann ich leider nichts sagen da ich NUR bestrahlt wurde, dafür aber heftigst. Aber zu "Mit meinem Gewicht (168 cm, 49 kg) würde ich das aber doch gar nicht verkraften" kann ich etwas sagen. Ich bin zwar kleiner aber hab auch nicht mehr Gewicht gehabt, eher sogar weniger, deshalb habe ich auch schon vor der Therapie eine PEG bekommen, es war klar dass ich nach der Bestrahlung nicht richtig oder gar nicht (wie es dann auch war) essen konnte. Auch mit der PEG konnte ich mein Gewicht nicht halten und habe es auch heute, 3 Jahre nach der Therapie nicht wieder, aber mein Krebs ist bis heute weg, das ist das Wichtigste. Also wenn ich mich entscheiden müßte mit Bestrahlung auf der sichereren Seite zu sein würde ich die Bestrahlung wählen, aber ich spreche nur für mich.

Lieben Gruß
Wangi

schlosserhansi 26.12.2012 11:17

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
Hallo,
hatte eine OP und Radiochemotherapie.Der Tumor wahr im hinteren Rachen bereich.
Hatte ein Plattenepithel ca pT1 N0 M0 G2 .
Das ganze ist jetzt fast drei Jahre her.

Gruß Hans

Brynhildr 26.12.2012 11:49

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
hi,
meine Strahlenärztin meinte, wenn ich auf die Bestrahlung verzichten würde, käme ein Rezidiv. (alerdings wurde ich nicht operiert, nur Chemo vorher und Bestrahlung jetzt)
gruß!
Bruni

schlosserhansi 26.12.2012 16:56

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
Hallo Bruni,
frag mal Deine Strahlenärztin,was man beim Rezidiv machen kann.Wen Du ein kleiner Tumor hast ,so wie ich,würde ich misch nicht mehr Bestrahlen lassen.Nach einer Bestrahlung ist eine Behandlung sch... .Ein Bestrahltes Gewebe
ist ein totes Gewebe, das heilt nicht mehr.Du hast eh böse Nebenwirkung von der Neck Disection. Ich leide heute noch an den folgen von der Neck Dissection.
Wenn Du ein kleiner Tumor hast,frage unbedingt ob eine bestrahlung notwendig ist.

Gruß Hans

Wangi 26.12.2012 20:37

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
"Ein Bestrahltes Gewebe ist ein totes Gewebe, das heilt nicht mehr"

Das kann man so pauschal nicht sagen, es gibt hier Leute im Forum die nach einer Bestrahlung operiert wurden und es ist gut gegangen.
Ich würde auf die Ärzte hören, zur Not eine Zweitmeinung einholen.

Lieben Gruß

Wangi

Brynhildr 30.12.2012 15:31

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
@schlosserhansi: noch habe ich kein Rezidiv :)
Die Ärztin hat mir die Bestrahlung eben zur Vermeidung ans Herz gelegt, weil ihr bereits Patienten nach der Chemo "entkommen sind" , also auf die Bestrahlung verzichteten, und danach mit besonders resistenten bösen Zellen zurückkamen :( .

monika.f 12.01.2013 11:29

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
Hallo Melurie und alle anderen,

so wie bei Meluries Vater würde ich es mir auch wünschen!

Ich hatte die Diagnose T2 N0 M0 mittelgradig differenziertes verhornendes Plattenepithelkarzinom in der Tonsillenregion, war eine Zufallsdiagnose. Inzwischen bin ich operiert, es ist der 5. postoperative Tag, Beschwerden habe nur wie nach einer Mandelentfernung (Wundschmerz im Hals.) Wahrscheinlich werde ich bis Mitte nächster Woche entlassen.

Beim Gespräch vor der Operation war ich überrascht, weil nach der interdisziplinären Beratung KEINE Strahlentherapie vorgeschlagen wurde, auch KEINE Neckdissection, wenn ich mit engmaschigen Kontrollen einverstanden sei. Falls ich aber auf Strahlentherapie bestünde, könnten sie mir die allerdings nicht verweigern.

Das ist also erst mal ganz in meinem Sinne. (Auch nachdem ich hier gelesen hatte, Gewichtsabnahme, Wirkungsnachlass bei Rezidiv.) Jetzt muss ich noch auf das histologische Ergebnis warten, evt. dauert das 14 Tage. Dann evt. Nachresektion.

(Heißt das eigentlich, es muss noch mal die ganze Fläche weggeschnitten werden mit breiterem Rand, oder wird um die schon operierte Fläche noch ein Rand drumherum entfernt?)

Aber wie ist es dann so? Muss man die ganze Zeit Angst haben, es kommt wieder? Und wenn's wiederkommt und bei Kontrollen im Anfangsstadium entdeckt wird, dann kann doch wieder behandelt werden? Noch mal OP oder dann eben Bestrahlung? Sehe ich das zu blauäuig, oder darf man auch hoffen, dass man nach der anfänglichen Tumorentfernung geheilt sein wird?

Im Moment ist es vielleicht eine Art Selbstschutz, mir einzureden, wird schon gut.

Euch allen alles Gute und liebe Grüße,

Monika

santa 14.01.2013 18:36

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
Hallo an alle,
ich hatte ein Plattenepithelkarzinom der Nase pt2 N0 M0 G3
nach op nochmal nachresktion, später radikale Neck einseitig.
Nun nach der 8. Bestrahlung aufgehört, wegen starken Schmerzen im Mund.
Ich denke es muss jeder für sich selber wissen, was für seinen Körper gut ist.
Und ich möchte später wieder mit Geschmack essen können und eine Garantie bekommt man eh nicht!;)

Gurkenbrot 04.02.2013 19:32

AW: Keine Strahlentherapie nach OP?!?!?!?!?!?
 
Fragt euren Arzt was in den Leitlinien steht und was er empfiehlt. Wenns in den Leitlinien empfohlen ist bringt es statistisch was. Wenn nicht, dann nicht. Pauschal kann man da leider keine Aussage machen. Ebenso sind die NW nicht bei allen gleich. Problematisch ist es aber tatsächlich mitten in der Bestrahlung aufzuhören. Wenns irgendwie geht sollte man, einmal angefangen, durchziehen.

Mein Vater war pT2 N0 M0 R0 initial. Initial wurde vereinbart engmaschig zu kontrollieren. (alle 2 - 3 Monate Ultraschall sowie HNO Untersuchung). Jetzt nach 1 Jahr pN1. Befallene LK Raus, jetzt adjuvant Radiotherapie (Bestrahlung)
Hätte ich ihm auch zu geraten, da die Wahrscheinlichkeit für weiteren ggf. okulten (also nicht sofort sichtbaren) LK Befall bei einem Karzinom im Mundbereich relativ hoch ist.
Alles Gute


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 16:13 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, vBulletin Solutions, Inc.
Copyright © 1997-2024 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.