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Alt 21.01.2017, 08:55
Dirk_Berlin Dirk_Berlin ist offline
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Standard Für immer eingeschlafen!

Jetzt ist der Moment eingetreten, wo ich auch hier mein Thema eröffne.

Mam ist gestern ganz friedlich eingeschlafen und wurde von ihren Qualen und Schmerzen erlöst.
Im November 2014 habe wir die Diagnose bekommen. Seitdem gab es für meine Mam viele schöne Momente (viele Urlaubsreisen wurden noch gemacht), aber auch sehr viel Leid und Schmerzen. Weihnachte habe wir ihr es noch einmal richtig schön gemacht. Sie wünsche sich nochmal Schnitzel zu essen. Ich habe ihr den Wunsch erfüllt und Schnitzel zubereitet. Ich glaube es war ihr letztes Ziel nochmal Weihnachten unter ihren Lieben zu erleben.

Paps hat ihr bis zur letzten Sekunde zur Seite gestanden. Das muss wahre Liebe sein.
Am Donnerstag, als Paps mich auf Arbeit angerufen hatte und mir sagte, dass es Mam nicht gut geht, wusste ich schon, dass es nicht gut aussieht. Ich habe es an Paps Stimme gehört und vorher auch gespürt.
Ich bin dann von Arbeit aus gleich zu meinen Eltern gefahren. Mam hatte gerade geschlafen. Nachdem ich mich ein wenig mit Paps unterhalten habe, ist Mam aufgewacht. Sie musste auf Toilette. Paps hat ihr dann wie immer geholfen.
Mam ging es sehr schlecht. Mittlerweile kam dann auch die Palliativschwester und wir haben entschieden, Mam ins Krankenhaus bringen zu lassen, weil wir der Meinung waren, dass ihr dort vielleicht notfalls doch geholfen werden kann. Also wurde der Notarzt gerufen.
Wir hatten auch mit Mam darüber gesprochen. Ich habe mich dann zu Mam gesetzt. Sie sagte dann zu mir, sie möchte nicht mehr. Ich habe ihr gesagt, dass es vollkommen in Ordnung ist. Und dann ist sie bewusstlos geworden. Das waren die letzten Worte, die ich mit meiner Mam wechseln konnte. Danach hat sie kein bewusstsein mehr bekommen. Sie hat nur noch geschlafen und hatte viel Morphium in sich.
Mittlerweile war auch die Notärztin da. Sie hatte mit uns gesprochen und ich habe mich mit Paps entschieden, Mam zu Hause zu lassen. Es war ihr Wunsch zu Hause zu sterben.
Als die Ärzte und Palliativschwester weg waren, riefen wir all ihre Geschwiester an. Sie haben sich sofort auf den Weg gemacht um sie nochmal zu sehen. Ihr Bruder aus Bayern ist dann Freitag früh losgefahren. Leider hatte es er nicht mehr rechtzeitig geschafft.
Freitag früh meinte Paps, dass er noch einiges aus der Apotheke (Inkontinentsmatratze war ja jetzt nötig) für Mam und Lebensmittel etc. benötigt. Also habe ich mich auf den Weg gemacht. Kurze Zeit später rief Paps mich an, dass ich sofort zurückkommen solle. Mama atmet nicht mehr, meinte er und weinte am Telefon.
Also bin ich gleich wieder zurück (zum Glück dauerte es nur wenige Minuten). Ich bin dann zu Mam und konnte auch keinen Puls mehr spüren. Sie war aber noch warm, jedoch dauerte es nicht lang, bis auch ihre Wärme den Körper verlassen hat.
Mam ist am 20.01.2017 um kurz vor 9 Uhr für immer eingeschlafen. Sie sah sehr friedlich und erlöst aus, wie sie dort im Bett lag. Ich werde sie nie vergessen.

Jetzt muss ich mich mit Paps aufraffen und wir müssen unseren Weg weiter gehen.

Ich wünsche Euch allen viel Kraft!

LG Dirk
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