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  #1  
Alt 23.03.2017, 07:13
Tris Tris ist offline
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Standard I can't go back, back to the way I was

Einen Tag fühle ich mich als würde ich in ein großes schwarzes Loch fallen. Aber irgendwie kann ich immer wieder aufstehen.
Als meine Mutter im Januar 2016 zum ersten Mal die Diagnose Krebs bekam brach für mich eine Welt zusammen. Ich erinnere mich noch gut. Sie war eine Woche im Krankenhaus gewesen. Der Verdacht bestand aber mein Bruder und ich wussten nichts davon. Es war ein Freitag als sie wieder kam Freitag der 15.01.2016. Irgendwas war anders, aber ich war glücklich als ich von der Schule kam. Meine Tante war da und wir haben alle zusammen Kaffee getrunken. Ich verstand nicht warum sie schon wieder gehen wollte. Sobald sie weg war sagten meine Eltern es uns. Ich brach in Tränen aus, es waren in letzter Zeit so viele entfernte Verwandte an Krebs gestorben. Sie konnte operiert werden, danach bekam sie eine profilaktische Chemotherapie. Als diese jetzt seit knapp drei Monaten vorbei war wurden Metastasen an den Lymphknoten gefunden.
Keine Chance auf Heilung!
Ich weiß sie kann damit noch lange leben wenn es gut läuft.
Aber diese Angst bleibt.
Sie ist immer da.
Diese Ungewissheit und Hilflosigkeit ist nicht auszuhalten.
Das Gefühl von Lehre und Übelkeit das mich im Bauch immer begleitet.
Ich sehe durch aus das was noch am Positiven da ist, aber in Momenten wo es ihr so schlecht geht ist es schwer stehen zu bleiben.
Ich weiß nicht wie es weiter geht und ich kann es auch nicht in die Hand nehmen ich kann nichts daran ändern.
Damit muss ich mich abfinden aber es bleibt trotzdem schwer.
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  #2  
Alt 27.03.2017, 13:14
Tris Tris ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Ich habe gerade ein Buch gelesen. Ich lese viele Bücher um in eine andere Welt zu entfliehen. Aber ich nehme immer ein Stück aus dieser Welt im Buch mit in die richtige Welt. Diesmal war es ein Buch über einen Amoklauf. Das Buch erzählt aus der Sicht eines 15 jährigen Mädchens. Was ich daraus gelernt habe, was eigentlich auch schon jeder weiß.
Das Leben geht immer weiter egal was passiert, wir werden uns immer weiter verändern, wir werden den Moment nie wieder erleben, die Erde wird sich weiter drehen und es werden immer schreckliche Dinge geschehen und doch geht es weiter als wäre nichts geschehen.
Damit klar zu kommen das es so ist ist das schwere, den Sinn des Lebens zu finden. Kann ich diese Frage beantworten. Warum? Gibt es darauf überhaupt eine Antwort. Ich denke die gibt es aber sie ist zu komplex als das wir sie verstehen können. Alles wird letztlich einen Sinn haben. Warum sollten wir sonst leben? Es würde ja nichts bringen. Aber wir leben wir wissen nur nicht alle warum das Leben so ist wie es ist obwohl uns genau das ausmacht.
Akzeptieren das ich nichts daran ändern kann, damit klar kommen. Noch kann ich es nicht, aber vielleicht eines Tages ja doch. Aber auch dann wird es schwer bleiben, das wird es immer. Aber das wird zu diesem Ich das sich immer verändert dazugehören. Ist es nicht auch gerade so das die Schmerzen und schrecklichen Erfahrungen uns am meisten prägen. Die Frage ist was wir daraus machen. Es kann sowohl gutes als auch schlechtes daraus entstehen.
Ja es ist war ich kann nicht zurück aber das kann niemand. Manche solche Veränderungen sind schwieriger als andere. Ich weiß nicht was auf mich zukommt und das macht mir Angst aber ich kann nur abwarten und auf einen Moment warten in dem ich es selbst in die Hand nehmen kann und wo ich das nicht kann muss ich damit klar kommen.

Ja wie gesagt nicht kann ich es nicht vielleicht irgendwann.....
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  #3  
Alt 03.04.2017, 13:27
Tris Tris ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

In solchen Momenten wie diesen geht es mir immer schlecht. Wenn es meiner Mutter so schlecht geht und sie eigentlich gar nichts kann, sich trotz der Tabletten ständig übergibt.
Ich denke oft daran das sie sterben könnte sogar bald schon, aber ich denke immer nur oberflächlich darüber nach sonst würde ich daran zerbrechen. Tod war für mich immer ein heikles Thema aber immer eines das ich nur zu gut verstand. Ich hatte früher immer Heimweh genau aus dem Grund ich hatte Angst das etwas passiert das ich wertvolle Zeit verschwende. Das letzte mal das ich für länger alleine weg war, war bevor wir es erfuhren. Jetzt frag ich mich, wie soll ich in drei Wochen nach Paris fahren? Kann ich das? Ich werde es versuchen und schaffen, aber gut wird es mir dabei sicher nicht gehen, nicht Nachts wenn die ganzen Gedanken kommen wenn man zur Ruhe kommt.
Ich frage mich immer wie sich mein ganzes Leben in nur so kurzer Zeit so verändern konnte.
Sich mit dem Thema auseinander zu setzen könnte helfen.
Hab ich gemacht, und das ist echt schief gegangen.
Ich hab mich für ein Referat zum Thema Krebs gemeldet bevor ich wusste das meine Mutter wieder Krebs hat. Gehalten habe ich es aber erst als ich es schon wusste. Während des Referates war alles gut, jedoch bin ich danach vor versammelter Klasse in Tränen ausgebrochen. Klar zu weinen ist nichts schlimmes, aber ich habe kaum jemanden davon erzählt und danach ahnten alle irgendwas.
Ich weiß einfach nicht wie lang ich brauchen werde das ganze zu akzeptieren, aber es wird dauern.
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  #4  
Alt 22.04.2017, 14:32
Tris Tris ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Meine Mutter ist jetzt ein paar Tage aus dem Krankenhaus wieder da. Es geht ihr nicht gut. Sie muss sich ständig übergeben und kann kaum etwas essen, weil sie Probleme beim Schlucken hat. Heute hat sie geweint, weil sie eigentlich nichts machen kann.

Die Krankheit bringt unser ganzes Leben durch einander, z.B. Ostern im Krankenhaus feiern.

Mein Vater kommt mit der ganzen Situation auch nicht besonders gut klar und es kommt häufig zu Streitereien.

Ich würde gerne mal etwas schönes unternehmen aber das geht nicht.

Ich bin froh das sie da ist, aber ich hoffe das das bald besser wird und wir auch etwas machen können auch wenn es etwas kleines ist.
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  #5  
Alt 02.05.2017, 13:29
Tris Tris ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Es kommt inzwischen öfters vor das Ich Nachts Abzuräumen zu dem Thema Krebs habe oder das ich mich Abends in den Schlaf weine.
Wenn ich Tags über, über das Thema nachdenke tu ich das oft nur Oberflächlich. Doch Abends wenn ich zu ruhe komme lassen sich die Gedanken oftmals nicht verdrängen und mir wird die Tragweite dessen bewusst was gerade passiert.
Meist kommt mir das ganze wie eines meiner Bücher vor etwas was mich nicht wirklich so richtig betrifft, so fühlt es sich zu mindest ungefähr an, doch wenn ich völlig zu Ruhe komme wird mir klar das es so nicht ist sondern das es real ist und da hilft es auch nicht mich in den Büchern zu verstecken und so lange zu lesen bis alles zum guten Ende kommt.
Nein das ist real und es könnte sein das ich dann ohne meine Mutter auskommen muss und am Tag kann ich mir, um mich zu beruhigen einreden das es schwer aber zu schaffen wäre sollte es dazu kommen, doch Nachts kann ich das nicht dann wird mir klar das es wirklich ist ich schaffe es nicht mehr zu verdrängen und mir wird klar das ich nicht das Gefühl habe das schaffen zu können und denke ich kann nicht ohne sie leben und jedes mal zerreißt mein Herz aufs neue und ich weine still vor mich hin.
Eine innere Zerrissenheit, stark zu sein für alle oder sich den Gefühlen hin geben Sie raus lassen und weinen. Vor anderen entscheide ich mich unfreiwillig immer für das Starksein denn der Drang alles wenigstens hier weiter zu führen wie es war ist zu groß und doch verhalte ich mich anders zu anders denn meine Freunde haben es bemerkt, jedoch wissen Sie noch nicht wieso, aber ich frage mich wie lange es noch dauern wird bis sie es tun.
Und dann ist der Rest normales Leben weg also verstellen ich mich weiter.
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  #6  
Alt 22.05.2017, 13:15
Tris Tris ist offline
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Unglücklich AW: I can't go back, back to the way I was

Die Fassade bröckelt.
Es wird immer schwerer so zu tun als wäre alles in Ordnung. Die Nebenwirkungen der Chemotherapie werden nicht besser sondern schlimmer. Ab Mittwoch wird meine Mutter künstliche Ernährung bekommen, weil sie einfach nicht essen kann. Sie weint immer öfter, ich nehme sie dann in den Arm und versuche nicht zu weinen. In solchen Momenten wird dann klar was ich verlieren könnte. Immer öfter denke ich, dass ich das nicht mehr kann. Die Frage wie lange sie noch lebt breitet sich immer weiter aus. Und ich frage mich wie ich das schaffen soll. Trauer, Angst, Wut und viele weitere Gefühle mischen sich zu einem Sturm an Gefühlen, dessen Ausbruch nur schwer zu verhindern ist. Meine Gedanken kreisen immer öfter um das Thema, es lässt sich nicht verdrängen und trotzdem schaffe ich es noch gerade zu stehen auch nach schlechten Tagen. Wie weiß ich nicht. Doch wichtig ist das ich es schaffe nicht wie. Jedoch weiß ich nicht Wie lange ich das schaffen kann. Ich habe das Gefühl seit Monaten an der Belastungsgrenze zu gehen. Meine Gefühle lassen sich nicht in Worte fassen und doch versuche ich es, weil es helfen könnte sie zu teilen. Es sind immer Menschen um mich und doch fühle ich mich so alleine wie noch nie zu vor. Meine Freunde erscheinen mir fremd. Es fühlt sich falsch an. Wie in einer anderen Welt. Ich habe mich verändert und Dach kann ich mein altes ich nicht los lassen, ich halte daran fest. Alles ist wie ein böser Albtraum dem ich nicht entfliehen kann, auch wenn ich es so gerne würde. Die Realität und ihre Ausmaße zu akzeptieren ist schwieriger und schmerzhafter als ich dachte. Ich schaffe es einfach nicht mich damit ab zu finden. Ich kann es nicht.
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  #7  
Alt 14.06.2017, 10:12
Tris Tris ist offline
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Unglücklich AW: I can't go back, back to the way I was

Ich habe die Nase voll von schlechten Anrichten.
Künstliche Ernährung. Okay kriegen wir hin.
Das ist sogar gut. Vorher hat sie pro Woche ca 10 kg abgenommen.
Entzündung Port Krankenhaus. Hauptsache es wird besser.
Not Op, Port muss raus. Ach du scheiße.
Metastasen in der Lunge und Leber, Halbes Jahr nichts gesagt. Wie soll man das aushalten. Tritte in den Bauch währen angenehmer.
Gespräch zwischen mir und meiner Mutter.
Sie wird sterben. Wusste ich schon.
Wann. Weiß niemand.
Chemotherapie schlägt wohl ganz gut an, zumindest etwas positives.
Sie sagt sie will die Zeit die ihr mit uns noch bleibt nutzen so gut es geht.
Wie viel Zeit bleibt uns?
Morgen bekommt sie den neuen Port.
Danach direkt Chemo.
Und wieder ne Woche Krankenhaus.
Ich kann nicht mehr wie soll man das aushalten. Zu Hause schaffe ich es meist nicht zu weinen und die anderen zu trösten. Doch sobald ich in die Schule komme bricht die Fassade und ich weine immer öfter.
Ich frage mich immer öfter wie ich das durch stehen soll.
Das Gefühl immer weiter zu fallen ist so umfassend und verschlingend.
Weiter machen so wie vorher auch. Und doch fühlt es sich falsch an. Es wird niemand verstehen können der es nicht selbst erlebt hat, nicht ganz.
Man kann diesen Schmerz nicht mit Worten umschreiben.
Das beste was mir einfallen würde wäre eine unbändige Trauer und Wut. Als müsste man sich auf den Boden verwendet um sich treten schreien und weinen.
Verloren sein von Leuten umgeben und doch allein.
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  #8  
Alt 14.06.2017, 14:05
Safra Safra ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Liebe Tris,

es tut weh zu lesen, wie schlecht es Dir geht. Und man kann nicht helfen. Könntest Du mit externen Leuten darüber reden? Der Krebsinformationsdienst bietet Hilfe an und auch eine Adresssuche bzw. direkt eine Telefonnummer für die Beratung. Wie es funktioniert, weiß ich allerdings nicht, da ich es nicht brauchte. Nur, wenn Du zusammenklappst, ist niemanden gedient. Ich glaube Dir, dass das alles unheimlich schwer für Dich ist. Die Welt geht erst einmal unter, und das mitunter so quälend.
Ich drück Dich aus der Ferne!!!

Liebe Grüße! Safra
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  #9  
Alt 14.06.2017, 14:55
Tris Tris ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Hallo Safra,
Vielen lieben Dank für deine Worte.
Zu deiner Frage.
Nein ich kann nicht wirklich mit jemandem darüber reden, mit meinen Freundinnen ein wenig aber nicht so viel. Das wäre auch für sie nicht gut.
Aber meine Mutter hat gesagt sie will mich bei irgend so einer Stelle anmelden und ich habe zugestimmt.
Die reden dann mit einen hören zu und geben Antworten.
Vielleicht ist das ganz gut. Aber auch hier zu schreiben tut gut, denn hier wird man wirklich verstanden.
Deshalb noch mal vielen Dank, auch für deinen Tipp.
Liebe Grüße Tris
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  #10  
Alt 27.07.2017, 15:27
Tris Tris ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Das Leben geht weiter.
Das wird es immer. Und doch fühlt es sich bei so viel Veränderung einfach falsch an das alles außerhalb normal weiter läuft.
Ich habe im Moment Sommerferien und doch können wir nichts machen. Nicht mal einen Tagesausflug. Deshalb habe ich mich auch nicht wirklich auf die Ferien gefreut. Ich habe mich vor den Ferien gegenüber meinen Freundinnen geöffnet. Ich habe mir erlaubt schwach zu sein und zu weinen, oft zu weinen. Nach so vielen schlechten Nachrichten hatte sich einiges angestaut. Es hat mir neue Kraft gegeben, hatte mich aber auch sehr viel Überwindung gekostet. Jetzt habe ich mein Schutzschild wieder aufgebaut weil ich es mir einfach nicht erlauben kann zu Hause zu weinen. Ich ich weiß nicht ob ich mich nochmal so öffnen kann. Es macht einen verletzlich.
Es ist wieder ein Konflikt zwischen Stark sein oder der inneren Schwäche nach geben. Der Wunsch die alte zu sein ohne diese Trauer und sich dem entsprechenden zu verhalten ist groß und so stark. Und schon jetzt wenn ich mich mit meinen Freundinnen getroffen und darüber unterhalten habe, habe ich nur sachlich berichtet und die Emotionen ausgesperrt.
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  #11  
Alt 28.07.2017, 00:27
fionali fionali ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Hey Tris,

ich glaube ich kann ganz gut nachvollziehen wie du dich fühlst. Ich fühle mich auch sehr allein obwohl ich außer meiner Eltern noch drei Geschwister habe mit denen man theoretisch reden koennte. Leider geht jeder anders mit seinen Emotionen um, aber alle wollen hier stark sein und bloß keine Gefühle zeigen.

Vor ein paar Wochen habe ich das erste mal richtig mit meinem Vater geweint und über meine und seine Ängste gesprochen, das erste mal seit sechs Jahren Krebserkrankung. Es hat unheimlich viel Überwindung gekostet, weil ich ihm keine Sorgen bereiten will, weil ich Angst um ihn habe. Nun bin ich froh, dass ich es getan habe, denn nun reden wir viel offener, was nicht unbedingt leichter ist, aber zumindest muss sich nicht alles innerlich anstauen und einem die Kehle zuschnüren.

Ich habe darauf bestanden, dass wir alle zur Psychoonkologischen Beratung gehen und erhoffe mir ein entspannteres Zusammenleben zu Hause. Außerdem kann ich mit meiner Mutter keine psychologische Therapie für meinen Vater leisten und das müssen wir uns eingestehen. Du und ich und wir alle müssen mit so etwas nicht alleine fertig werden.

Liebe Grüße,
fionali
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  #12  
Alt 03.08.2017, 13:27
Tris Tris ist offline
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Rotes Gesicht AW: I can't go back, back to the way I was

Heute war mein erster Schultag nach den Ferien.
In den letzten Tagen war ich immer schlechter drauf. Ich war die ganzen Ferien zu Hause und habe ca die Hälfte der Zeit im Krankenhaus verbracht. Wir hoffen zwar im Herbst wegfahren zu können, aber trotzdem bin ich traurig es jetzt nicht zu können. Ich vermisse diese unbeschwerte Zeit.
Ich fühle mich schuldig weil es mir schlecht geht. Es geht so vielen Leuten so viel schlechter und doch fühlt es sich an als könnte es nichts schlimmeres geben.
Und ich fühle mich schuldig wenn ich Ich lache weil es meiner Mutter so schlecht geht.
Ich kann nicht ansatzweise nachvollziehen wie es sich für sie anfühlen muss zu wissen das sie sterben wird.
Ich fühle mich schuldig weil ich ihr nicht helfen kann obwohl ich es so gerne möchte.
Und doch kann ich meine Gefühle nicht richtig in Worte fassen. Leute die ähnliches erlebt haben oder erleben können es nachvollziehen, aber meine Freundinnen werden es nie ganz verstehen. Und sie wissen nicht wie sie mit mir umgehen sollen verstehen nicht wieso ich mich so verhalte wie ich mich verhalten.
Emotionale Distanz zu dem Thema zu wahren wenn man darüber spricht ist unglaublich schwer.
Und doch brauche ich das, alles andere würde mich unglaublich verletzlich machen.
Und doch kann ich die Tränen manchmal kaum unterdrücken.
Es ist ein ewiger Zwiespalt.
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  #13  
Alt 17.08.2017, 03:52
Tris Tris ist offline
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Unglücklich AW: I can't go back, back to the way I was

Wie kann alles so schnell gehen.
Mama ist im Krankenhaus für die Chemo wie immer, doch vorher hatte sie schon schmerzen im Rücken.
Die Metastasen in der Leber strahlen den Schmerz in den Rücken aus.
Die Chemo wirkt nicht mehr!
Meiner Mutter hat nur noch ein paar Monate zu leben.
Gestern war für mich erst noch alles ok so weit das mit der vorherigen Diagnose ging. Und jetzt? Wir hatten Gehöft vielleicht noch ein paar Jahren zu haben.
Aber Monate? Das ist so wenig Zeit.
Und doch es gibt keine Möglichkeit mehr, vielleicht kann man noch um ein zwei Monate mit einem Medikament verlängern. Doch auf mehr besteht keine Hoffnung.
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  #14  
Alt 24.08.2017, 07:14
Tris Tris ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Wie wird es weiter gehen?
Es hat sich so viel verändert, immer und immer wieder.
Und jedes mal wenn ich mich mit der Situation einigermaßen abgefunden habe. Holt das Leben zum nächsten, noch härteren Schlag aus.
Wieder ist alles neu. Ich weiß nicht wie ich mit der ganzen Situation um gehen soll und die Menschen in meiner Umgebung wissen es auch nicht.
Ich bin traurig, aber irgendwie auch wütend.
Es ist einfach nicht fair, aber was ist das schon.
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  #15  
Alt 25.08.2017, 12:15
Safra Safra ist offline
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Standard AW: I can't go back, back to the way I was

Liebe tris,

habt Ihr schon darüber gesprochen, wie es werden soll, wenn Deine Mutti den Alltag nicht mehr stemmt? Pflegedienst, Palliativdienst? Wenn man da schon mal vorfühlt und sich erkundigt, wo und wer gut ist, ist sicher kein Fehler. Auch wenn es sicher so unsagbar schwer ist, so zu planen und darüber zu sprechen.

Ich drück Dich! Safra
__________________
"Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens."
Friedrich Wilhelm Nietzsche
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