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  #76  
Alt 17.06.2015, 19:44
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Hallo Ina...
erstmal, aufrichtige Anteilnahme... Das Forum wechseln...naja...
Der Verlust eines geliebten Menschen ist sicher für die Wenigsten von uns zu verstehen...es wird eine Weile dauern, zu akzeptieren, dass er / sie nicht mehr da ist...und ...es werden die gemeinsamen Momente fehlen...Dialoge werden zu Monologen....so ists jedenfalls bei mir gewesen...wichtig ist, über die Trauer und den Verlust reden zu können...und selbst, wenn man hier im Forum meistens Unbekannte als "Gesprächspartner" hat...es hilft ungemein, sich den Schmerz von der Seele zu schreiben...LG Ronald
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  #77  
Alt 12.03.2016, 23:51
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Hallo erstmal...da isser nach langer Zeit wieder mal...Emotional gehts mir relativ gut, bin über das Gröbste hinweg...nur manchmal...wenn ich ganz bestimmte Musik höre...oder Artikel über Menschen lese, die den Kampf gegen den Krebs verloren haben.. hab ich wieder so einen Kloß im Hals...zumal es gerade 2 Jahre her ist, dass ich den Kontakt zu meiner Mutter wieder herzlich aufleben lassen konnte und sie diese Diagnose erhielt...Ich wünsch Euch Allen einen schönen Sonntag LG Ronald
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  #78  
Alt 05.07.2017, 21:35
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So, nun sind es schon ein paar Monate, dass ich mich gemeldet hab.
Wie geht es mir inzwischen? Ich bin drüber weg...oder auch nicht. Trotz meiner 4 Schichten fahre ich , wenns sich einrichten lässt 1x pro Woche ans Grab.
Manchmal, wenn ich so durch die Stadt fahre, bilde ich mir ein, die Mutter zu sehen...ältere, gepflegte Dame mit dem Kleiderstil meiner Mutter...Leute, meine Mutter ist 3 Jahre tot. Naja, immer, wenn ich mit meiner Kleinen, die ja inzwischen auch 23 ist, zur Oma fahre, muss Töchterchen erstmal "beichten"...Ein Grinsen und dann..."Die Oma weiß das doch Alles schon"...aber, dann erzählt sie doch, wenn der Papa mal eben Wasser holen geht für die Blümchen...
Inzwischen sind Charlie (Meine Kleine heißt ja nach ihrer Oma und auch Uroma mit 2.Namen Charlotte...) und ich soweit, dass die Fahrt zum Friedhof etwas ist, auf das wir uns freuen. Ich wünsche Euch, dass Ihr auch die Kraft findet, den Verlust eines Lieben , nicht als alltäglich zu verarbeiten, aber damit lernt, umzugehen. LG Ronald
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Geändert von Alter Stassfurter (06.07.2017 um 00:30 Uhr)
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  #79  
Alt 07.07.2017, 18:41
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Lieber Ronald.

Mit der Verarbeitung des Verlustes wird man nie fertig werden. Bei mir ist es inzwischen siebzehn Jahre her, dass meine Mutti gehen musste. Seit fast dreieinhalb Jahren ist mir ein Besuch des Friedhofs nicht mehr möglich. Mein Aktionsradius ist auf einen halben Meter begrenzt. Deshalb bleibt mir nur die Erinnerung an eine schöne, gemeinsam erlebte Zeit.
Dir und deiner "Kleinen" wünsche ich bei den Besuchen auf dem Friedhof Minuten der dankbaren Erinnerung.

Mit vielen Grüßen.
Wolle2.
P.S. Ich habe Deinen Thread vollständig gelesen. Vielen Dank dafür.

Geändert von Wolle2 (07.07.2017 um 18:43 Uhr)
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  #80  
Alt 12.01.2018, 14:54
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Hallo, lange her, dass ich mich gemeldet hab...ich weiss ja gar nicht, ob dieser thread überhaupt noch gelesen wird...
Der eigentliche Grund, warum ich wieder hier bin, ist ein Erlebnis vor 2 Tagen...
Ich habe meine alten Festplatten durchgeschaut und dabei Bilder entdeckt, die nicht verloren gehen dürfen... Meine Mutter. Ein paar allein, ein paar mit meiner Kleinen und auch mit mir. Dann habe ich wohl einen Fehler gemacht und diese Bilder meiner Kleinen gezeigt. Man hat das weh getan,als ich ihre Augen sah und wie ihr die dicken Tränen über das Gesicht liefen. Schon hatte ich auch wieder Pipi in den Augen und einen dicken Kloß im Hals...
Über die Grabpflege seitens meiner (Halb-)Schwester rege ich mich schon nicht mehr auf. Ist halt so Ich wünsche Euch für dieses Jahr Alles Liebe und viel Kraft.

Ronald
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  #81  
Alt 12.01.2019, 14:34
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Wieder 1 Jahr in's Land gegangen. Mental bin ich bis vor Kurzem echt gut drauf gewesen, nun scheint das Schicksal wieder zum schlag auszuholen. Vor ca. 6 Monaten hatte ich, nach über 30 Jahren, endlich wieder Kontakt zu meinem Vater. Es entwickelte sich eine supertolle Vater-Sohn-Beziehung.Meine thüringer Familie ist inzwischen 42Jahre miteinander verheiratet, was mich doch neidisch und glücklich zugleich macht. Ich halte es inzwischen so, möglichst oft nach Jena zu fahren. Leider erhielt ich letztens eine Absage, die meine Beobachtungen bestätigt. Beide Leutchen sind mit über 80 nicht mehr so gut beisammen. Vom Kopf her schon, aber der Körper will nicht mehr so. Vater hat 3 Stands,Alterszucker,Gicht / Rheuma und so altersbedingte "Zipperlein". Heidi, seine 2. Frau liegt im Pflegeheim, wo sie zwar gut umsorgt wird, aber,die Mobilität und "Belastbarkeit" sinkt nach meinen Beobachtungen rapide,eben so, wie beim Vater. Es ist nicht das Große, sondern, die vielen kleinen Dinge, die ich als Aussenstehender so an Veränderungen feststelle. Da werden "plötzlich" Hilfsmittel genutzt, die vor Kurzem noch nicht nötig waren, der Appetit ist recht klein, das Kaffeetrinken hat stark abgenommen naja und die Ermüdung tritt recht schnell ein. Auch spricht mein alter Herr immer öfter davon, das Erbe regeln zu müssen, seine Biologie sei am Ende. Was mir echt Angst macht. Vorgestern rief mich mein Vater an und fragte nach meiner Festnetz-Nummer( er hatte immer meine Handy.Nummer) und wollte die auf einem Extra-Zettel hinterlegen. Dann rief er noch mal an, um sich dafür zu entschuldigen, dass er und Heidi vorerst keine Besuche haben möchten, es habe einen unangenehmen Hintergrund. Das Letzte Telefonat hat mir erstmal die Beine weggehauen, der Tonfall und die ,ich nenne es mal Hintergrund-Info, kannte ich so nicht von ihm... dieses Endgültige,scheinbar Unumkehrbare,musste ich vor ziemlich genau 5 Jahren bei der Mutter erleben...und das macht mir Angst. Ich weiss nicht, ob das hier gelesen wird, der Thread ist ja schon 5 Jahre alt, aber es hat mir geholfen, es einfach mal aufzuschreiben. Liebe Grüße,

Ronald

Edit... hab gerade ne Mail vom Vater erhalten...nochmal voll in die Weichteile....

"Mittlerweile entdecke ich bei mir kaum trügliche Anzeichen von Krebs. Damit muss ich erst selbst einmal fertig werden. Zum Arzt gehe ich erst in ein paar Tagen. Habe vorher noch eine ganze Menge zu regeln. Heidi weiß nichts davon und ich will es ihr auch so lange wie möglich verschweigen. Habe mir immer gewünscht, dass sie nicht übrig bleibt, aber ich werde wohl ein bisschen eher meinen Platz auf diesem Planeten räumen müssen. (Deshalb auch meine Frage nach Deiner Hausnummer). Mit über Achtzig ist ja sowieso der Ofen aus."
Boah ey...wie soll ich damit umgehen...wie bringe ich das meiner Kleinen bei, sie ist ganz vernarrt in ihre Großeltern... Im Moment sitze ich zwischen 2 Stühlen...Den Wunsch meines Vaters zu respektieren, Ihm Zeit zu geben und meinem Wunsch, ihn zu besuchen, Ihm irgenwie zu helfen...Nun weiss ich auch, warum ich die letzten 2 Nächte nach dem Telefonat mit Vater nicht schlafen konnte...ich hätte nie gedacht, dass es das gibt, solch eine innere Verbindung,zu spüren, wenn mit einem geliebten Menschen etwas Schlimmes passiert...
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Geändert von Alter Stassfurter (12.01.2019 um 15:15 Uhr) Grund: Edit
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