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Alt 30.10.2016, 21:32
DaniD76 DaniD76 ist offline
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Registriert seit: 30.10.2016
Beiträge: 1
Standard Entzündeter Port

Hallo.

Als erstes muss ich sagen, dass ich nicht die Betroffene bin, sondern die Tochter.
Meine Mama ist 62 und ich 40.
1997 fing es bei ihr mit Brustkrebs an. Innerhalb von 5 Jahren mussten beide Seiten amputiert werden. Brustaufbau funktionierte auch nicht so wie geplant, später kam auf der rechten Seite noch eine Fistel dazu.
Dann war ein paar Jahre Ruhe, aber dann gab es die Diagnose Metastasen rechts an Rippen und Wirbelsäule, wurde dann mit Bestrahlung und Chemo, später mit hormonellen Injektionen einmal im Monat behandelt.
Letztes Jahr ende Dezember hatte sie dann einen wirklich schweren epileptischen Anfall aufgrund von Metastasen im rechten Schädelknochen. Gott sei Dank ist das in der Öffentlichkeit passiert und man hat ihr auch sofort geholfen, Notarzt rufen usw.
Daraufhin gab es wieder Bestrahlung und Chemo. Für die Chemo wurde ein Port eingesetzt, weil ihre Venen über die Jahre schon völlig hin sind.

So, jetzt gehts dann mit dem los weshalb ich hier eigentlich schreibe:
Aufgrund der hormonellen Injektionen mit den darin enthaltenen Bisphosfonaten öffnete sich der linke untere Kiefer. Das wurde nach drei erfolglosen Anläufen jetzt im September erfolgreich geschlossen. Wegen der Schmerzen hatte sie aber schon länger nichts mehr gegessen. Ein paar Tage später hatte sie dann starke Schmerzen im gesamten Torax, also wieder ins Krankenhaus. Es stellte sich raus, dass ein Teil der Bauchspeicheldrüse entzündet war, dass das wohl aufgrund des langen nichts essens gekommen sei.
An dem Tag als sie dann entlassen werden sollte hatte sie plötzlich Wortfindungsstörungen und starke Schmerzen in der linken Körperhälfte. Mann hatte auf Grund eines Mediainfarkts eine Lhyse gelegt. Im CCT konnte ein Mediainfarkt nicht nachgewiesen werden.
Ihr Zustand wurde sehr schnell immer schlechter, ich hatte sie auch nicht mehr verstanden und sie hätte Schüttelfrost. Sehr schnell kam dann noch hohes Fieber dazu und sie war völlig verwirrt. Sie lag auch erstmal auf der Überwachungsstation, musste auch fixiert werden und war zwei Tage auch bewusstlos.
Es wurde von überall Blut abgenommen, auch die Wirbelsäule punktiert. Die Blutkulturen aus dem Port und den peripheren Venen ergaben Staphylokokken epidermis. Dieser scheiß Port war also entzündet und dieser verdammte Keim lief schon schön durchs Blut. Der Port wurde auch sofort entfernt und mit einem Breitbandantibiotikum begonnen, später mit Vancomycin weitergemacht.
Ihr verwirrter Zustand besserte sich auch schnell, aber der Keim und das hohe Fieber haben ihr total die Kraft in den Beinen genommen. Am Anfang musste sie mit Rollator anfangen, mit Physio wurde sie auch wieder kräftiger. Jetzt ist sie nach einem Monat wieder Zuhause, seit Montag und wir arbeiten weiter dran.

Allerdings:
Mich hat das so mitgenommen, psychisch, dass ich seitdem die unglaublichen Horrorvorstellungen im Kopf habe. Ich habe eine unglaubliche Panik, dass das alles nochmal passiert, sie plötzlich Zuhause zusammenbricht und das wars dann. Denn ich habe natürlich meine eigene Wohnung und sie auch, wir wohnen aber relativ dicht zusammen und telefonieren mindestens dreimal am Tag. Ich hab auch Angst vor diesem Keim, obwohl im Arztbrief steht, dass weitere Blutkulturen mit negativen Ergebnis blieb. Das Antibiotikum war also wirksam, sie hatten mit der Gabe auch schon ein paar Tage vor der Entlassung aufgehört. Das kann ich mir aber zwanzig mal am Tag selber vorsagen, die Panik und Angst bleibt.

Sorry für das lange ausholen.

Lg, Daniela
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