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  #1  
Alt 12.07.2018, 01:40
Hanne-M Hanne-M ist offline
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Standard Wie verhalte ich mich am besten?

Hallo,
ich habe mich aus verschiedenen Gründen hier angemeldet. Hier das eine Thema und das andere an anderer Stelle.
Eine Freundin von mir war an BK erkrankt und musste mehrfach operiert und bestrahlt werden. Chemo mit allen möglichen Nebenwirkungen. Bösartig, aber glücklicherweise nicht gestreut. Sie gilt als geheilt und ist es dennoch nicht.
Insgesamt war es eine schlimme Tortur für sie. Sie hat sich sehr zurückgezogen Das liegt nun aber viele Jahre zurück. Ich habe den Eindruck, dass sie inzwischen sehr dünnhäutig geworden ist und das Lachen verlernt hat. Was kann ich tun, um sie aufzumuntern? Alles reizt sie. Ich fühle mich so hilflos. Einerseits will ich sie nicht belästigen und andererseits hatten wir vorher so viele gemeinsame Zeiten mit Lachen und Gesprächen, Party etc. und nun ist das alles weg
Grüße
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  #2  
Alt 12.07.2018, 03:41
lotol lotol ist gerade online
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Standard AW: Wie verhalte ich mich am besten?

Liebe Hanne-M,

Zitat:
...Sie gilt als geheilt und ist es dennoch nicht.
Was meinst Du damit genau?
Oder präzisiert:
Welches Problem hat denn Deine Freundin eigentlich/tatsächlich?

Etwa das, mit einem plattgemachten BK ganz munter weiterleben zu können?

Zitat:
Insgesamt war es eine schlimme Tortur für sie. Sie hat sich sehr zurückgezogen Das liegt nun aber viele Jahre zurück. Ich habe den Eindruck, dass sie inzwischen sehr dünnhäutig geworden ist und das Lachen verlernt hat. Was kann ich tun, um sie aufzumuntern? Alles reizt sie. Ich fühle mich so hilflos. Einerseits will ich sie nicht belästigen und andererseits hatten wir vorher so viele gemeinsame Zeiten mit Lachen und Gesprächen, Party etc. und nun ist das alles weg
Naja - jedweden Krebs "überstehen" zu können, ist ja nicht gerade ein "Zuckerlecken".
Aber nachdem das bei Deiner Freundin schon viele Jahre zurück liegt:
Wo sollte denn da noch ein Grund zur Beunruhigung von ihr vorliegen?

Das ist doch längst alles "Schnee von gestern".
Erledigt, vorbei und "gegessen"/"verdaut".
Oder lebt Deine Freundin permanent in Angst und Schrecken, daß sich ein Rezidiv einstellen könnte?

Es ehrt Dich, daß Du etwas für sie tun können willst.
Ohne nähere Kenntnis des Sachverhaltes kann ich Dir nur raten:
Versuch bitte, sie "mitzureißen".
Damit meine ich, sie wieder am (gemeinsamen) Leben teilhaben zu lassen, das Ihr schon mal führtet.

Was gibt es denn Schöneres als einen Krebs überstanden zu haben und weiterleben zu können?
Welche "Dünnhäutigkeit" sollte denn demgegenüber angemessen sein?
Frag das bitte mal Deine Freundin und versuch dabei, sie auf den Boden von Tatsachen zurück zu ziehen:
BK sind komplett "heilbar"!

Also nochmal:
Wo liegt das Problem bei Deiner Freundin tatsächlich?

Liebe Grüße
lotol
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  #3  
Alt 12.07.2018, 08:33
monika.f monika.f ist offline
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Standard AW: Wie verhalte ich mich am besten?

Hallo Hanne,

vielleicht trifft es es am besten mit 'dünnhäutig' geworden. Das bin ich auch. Und da können kleine Aussagen missverstanden werden in der Kommunikation. Ich habe eine langjährige Freundin, die ich selten spreche oder gar sehe. Bei meiner Diagnose war sie irgendwie schockiert, meinte, sie habe beruflich (sie bearbeitet Veröffentlichungen) mit Krebs zu tun, das wolle sie privat dann nicht. Ich nehme an, es ist ihr einfach so rausgerutscht, aber bei mir hat es sich eingebrannt. Das war vor meiner OP, als es mir eigentlich ziemlich gutgegangen ist, ich hätte gerne mit ihr was unternommen, OHNE meine Erkrankung zu thematisieren. Nach der OP habe ich ihren Anruf auf AB erst beantwortet, nachdem es mir inzwischen auch wieder relativ gut geht. Da habe ich gemeint, die Reha war die schlimmste Zeit, als sie gefragt hat. 'Aber, Bad Neuenahr ist doch ein so schöner Ort!' kam dann von ihr. Für mich hat das nur bedeutet, sie kapiert gar nichts. Ja, Bad Neuenahr ist ein schöner Ort, aber zu dem Zeitpunkt, direkt nach der OP, war das für mich ziemlich irrelevant.

Ja, ich bin dünnhäutig geworden und merke mir solche 'Kleinigkeiten'. Vielleicht liegt Deiner Freundin auch etwas auf dem Herzen aus der Zeit früher, was sie noch mit sich rumträgt und was Euer Verhältnis belastet. Mit meiner Freundin bin ich jetzt im August verabredet, und ich habe mir vorgenommen, mit ihr drüber zu reden, was ich als Unverständnis ihrerseits wahrgenommen habe.

Nur so meine Sicht, kann natürlich bei Euch ganz anders sein.

Grüße,

Monika
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  #4  
Alt 12.07.2018, 11:04
Hanne-M Hanne-M ist offline
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Standard AW: Wie verhalte ich mich am besten?

Hallo lotol und Monika,
eine unbedachte Äußerung, klar kann das sein. Es ist aber zu lange her, als dass ich mich in allen Einzelheiten daran erinnern kann, was ich wann gesagt habe. Man steckt ja auch nicht im anderen drin und weiß, was man sagen soll. Da kann dann ja jeder Satz falsch sein. Ich habe zu meinen Krankheitszeiten mir auch etliches anhören müssen, was mich total genervt hat (die Familie und ihre ganzen Sprüche), aber sie können nichts dafür und es war ganz sicher nichts davon böse gemeint.

Das bei Deiner Freundin (@Monika) finde ich allerdings sehr daneben. So etwas wäre mir im Traum nicht eingefallen. Das ist keine Kleinigkeit und ob ein Ort schön ist oder nicht, ist auch irrelevant, für den, der in so einer schrecklichen Situation steckt. Vielleicht von ihr aber auch ein hilfloser Versuch, Dir helfen zu wollen? Der andere Spruch wäre für mich aber ein absolutes NoGo gewesen und ich hätte dicht gemacht.

Möglich ist, dass ich sie vielleicht auch mit meinen eigenen Problemen zu sehr belastet habe. Da reicht ein falscher Satz. Aber Absicht war das bestimmt nicht.

Und ja @lotol, ich glaube, dass sie sehr große Angst hat, dies aber nicht zeigt und auch nicht sagt. Sie schiebt eher alles weg von sich und schweigt. Ich glaube nicht, dass so ein riesen Schock mit dem ganzen Drum und dran spurlos an einem vorüber geht. Ich habe selbst an einer Krankheit gelitten und immer noch Angst. Mir wurde auch gesagt, dass alles wieder gut ist und ich kann das nicht glauben. Das meinte ich mit "ist es dennoch nicht"
Mitreißen kann ich zur Zeit leider nicht. Ich habe keine Kraft mehr (s. mein anderer Thread)
Alles Mi.st

Geändert von Hanne-M (12.07.2018 um 11:06 Uhr)
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  #5  
Alt 13.07.2018, 04:47
lotol lotol ist gerade online
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Standard AW: Wie verhalte ich mich am besten?

Liebe Hanne-M,

Zitat:
eine unbedachte Äußerung, klar kann das sein. Es ist aber zu lange her, als dass ich mich in allen Einzelheiten daran erinnern kann, was ich wann gesagt habe. Man steckt ja auch nicht im anderen drin und weiß, was man sagen soll. Da kann dann ja jeder Satz falsch sein...
Denke, unter wirklich Befreundeten "kennt" man sich recht gut und legt nicht jedes Wort "auf die Goldwaage".
Und wenn einem etwas nicht passt, dann sagt man das einfach halt auch.

Bei Freundschaften existiert nach meinen Erfahrungen ein "Vertrautheitsgrad", der unerschütterlich Bestand hat und auch nicht von der Häufigkeit der Kontakte abhängt.
Du hast das vielleicht auch schon erlebt:
Selbst, wenn man sich jahrelang nicht mehr sah, empfindet man diese Vertrautheit mehr oder weniger sofort wieder.

Zitat:
...ich glaube, dass sie sehr große Angst hat, dies aber nicht zeigt und auch nicht sagt. Sie schiebt eher alles weg von sich und schweigt. Ich glaube nicht, dass so ein riesen Schock mit dem ganzen Drum und dran spurlos an einem vorüber geht. Ich habe selbst an einer Krankheit gelitten und immer noch Angst. Mir wurde auch gesagt, dass alles wieder gut ist und ich kann das nicht glauben. Das meinte ich mit "ist es dennoch nicht"
Mitreißen kann ich zur Zeit leider nicht. Ich habe keine Kraft mehr (s. mein anderer Thread)
Wir Menschen sind alle unterschiedlich "gestrickt" und gehen deshalb auch mit Situationen, z.B. einer Krebs-Diagnose, unterschiedlich um.

Optimisten tun sich natürlich ganz generell mit allen Lebensumständen etwas leichter, weil sie so schnell gar nichts schocken kann.
Sie vertrauen auch darauf, daß Krankheiten geheilt werden können.
Und wenn sie geheilt wurden, ist der Fall für sie damit auch erledigt.

Denn es gibt ja schließlich Besseres zu tun als sich damit zu "quälen", was sich evtl. vielleicht irgendwann einstellen könnte.

In Deinem anderen Thema las ich, daß Dich Ängste plagen.
Hier nur so viel dazu:
Hüt Dich bitte davor, Dich selbst "verrückt" zu machen.
Ganz abgesehen davon, daß Ängste jemand tatsächlich krankmachen können.

Mir ist nun klar, was Du mit "ist es dennoch nicht" (geheilt) bei Deiner Freundin meintest.

Ich weiß offen gestanden auch nicht, ob es eine "günstige Konstellation" ist, wenn sich zwei Angsterfüllte miteinander unterhalten.
Allerdings vermutest Du bisher nur, daß Deine Freundin Angst hat.
Warum fragst Du sie nicht einfach, ob das wirklich so ist?

Ich verstehe auch, daß Mitreißen bei Dir momentan "nicht drin" ist, weil Du wohl bis zu einem gewissen Grad selbst "ausgebrannt" und deshalb kraftlos bist.

Andererseits sprachst Du davon, daß sich Deine Freundin etwas "zurückgezogen" hat.
Weißt Du warum sie das tat?

Denke, Du kannst nichts verkehrt machen, wenn Du versuchst, einfach auf sie zuzugehen.
Konkret: Dich mit ihr mal wieder treffen zu wollen, damit ihr miteinander persönlich reden/euch gedanklich "austauschen" könnt.
Vielleicht bei Kaffee und Kuchen und auf ein paar "Zigaretten-Längen"?

Momentan ist herrliches Wetter dazu, das regelrecht "beflügelt".
Schlag ihr doch einfach ein Treffen an einem passenden und angenehmen Ort vor, der außerhalb des gewohnten Umfeldes liegt.
Mit "letzter Kraft" werdet ihr Beide das doch wohl noch hinbekommen können?

Was sich dann im Gespräch ergibt, steht völlig "in den Sternen".
Mach Dir bitte darüber keine großartigen Gedanken.
Ihr seid Freundinnen, die einander weiterhelfen können!
Wie und wodurch auch immer das sein mag.


Liebe Grüße
lotol
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  #6  
Alt 13.07.2018, 22:19
Hanne-M Hanne-M ist offline
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Standard AW: Wie verhalte ich mich am besten?

Ich musste lange nachdenken, bevor ich das hier hin schreibe. Danke erst mal für Deine Zeilen, die sehr weise sind. Jedoch..

Ich war von Anfang an dabei. Zuerst die schockierende Diagnose, ich bin sofort zu ihr und habe wenig geredet, weil ich nichts falsches sagen wollte. Einfach nur da sein, solange sie es braucht. Ich habe mit ihr auf ihren Wunsch hin zusammen die Perücke ausgesucht, die Wäsche gekauft etc.. Ich habe ihr den Rest der Haare abgeschnitten und meinen Frust runtergeschluckt. Ich habe mitgelitten, sogar sehr und es weggeschoben, damit sie das nicht bemerkt. Und diese ganzen Wunden...
Ich habe versucht, ihr alles recht zu machen und jedes Wort von mir selbst auf die Goldwaage gelegt.

Habe allerdings gestern darüber hier einen Thread gelesen, wer was in so einer Situation nicht hören möchte und gedacht, ja das eine oder andere habe ich bestimmt auch mal gesagt und mir dabei aber erhofft, dass ich Trost gespendet oder Mut gemacht hätte Man kann nicht immer alles richtig machen. Eigentlich gar nichts.

Ich habe ihr geholfen, die Diagnose zu übersetzen und ehrlich zu sein ohne ihr den Mut zu nehmen. Ich habe immer angenommen, dass sie stark ist, weil sie hart gekämpft und nie aufgegeben hat. Inzwischen ist es aber so, dass sie alles und jeden hasst. Eine geballte Ladung Wut kommt da immer und immer wieder zum Vorschein, wenn wir Kontakt hatten, oder aber ein (zu) langes Schweigen. Beides tut mir weh. Ich war immer am runterschlucken, weil auch sie mir in meiner schweren Zeit geholfen hat. Ich habe sie nie gedrängt, etwas gegen ihre Probleme zu unternehmen, sondern alles auf meine Kappe genommen. Immer wieder überlegt, ob ich daran Schuld bin. Ob ich der Auslöser für Ihre Wut bin.

Nach einer total harmlosen Äußerung von mir (das hatte weder mit mir noch mit ihr zu tun), ist sie wieder ausgerastet. Also habe ich auf den Tisch gehauen, weil mir das nun auch mal zu viel wird. (ich habe sogar noch jemanden gefragt, was ich denn nun wieder angestellt habe. Nichts.) Ich kann nicht immer nur schlucken und diplomatisch sein. Nach dem, was in letzter Zeit so passiert und auch nicht passiert ist, kam mir der Gedanke, dass alles, was da so aus ihr rausgeplatzt ist, den Ursprung in der früheren Erkrankung haben könnte. Da sie aber jegliche Form von Hilfe für die Seele abgelehnt hat und auch sonst nichts mehr erzählt von sich, habe ich zuletzt noch meine Idee an sie weiter gegeben und seit dem nichts mehr von ihr gehört. Ich glaube, das muss erst Mal bei ihr ankommen. Es macht ja keinen Sinn, sie zu etwas drängen zu wollen, was sie selbst gar nicht sieht oder nicht sehen will. Vielleicht liege ich damit ja auch ganz falsch? Wer soll da schon durchblicken. Oder aber, sie will schon lange keinen Kontakt mehr zu mir. Dann kann ich es sowieso nicht mehr ändern.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Gegen meine Ängste habe ich Therapien gemacht und versuche das umzusetzen. gelingt nicht immer, aber immer wieder
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  #7  
Alt 15.07.2018, 04:47
lotol lotol ist gerade online
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Standard AW: Wie verhalte ich mich am besten?

Liebe Hanne-M,

Zitat:
...Ich habe versucht, ihr alles recht zu machen und jedes Wort von mir selbst auf die Goldwaage gelegt.

Habe allerdings gestern darüber hier einen Thread gelesen, wer was in so einer Situation nicht hören möchte und gedacht, ja das eine oder andere habe ich bestimmt auch mal gesagt und mir dabei aber erhofft, dass ich Trost gespendet oder Mut gemacht hätte Man kann nicht immer alles richtig machen. Eigentlich gar nichts.
Daß man nicht immer alles richtig machen kann, ist nicht nur richtig, sondern auch menschlich. => errare humanum est.
https://neueswort.de/errare-humanum-est/

Daß man jedoch gar nichts richtig machen kann, sehe ich ganz und gar nicht so.
Natürlich versucht jeder in gewissen Situationen - so wie auch Du das tatest - Trost und Mut zu spenden.
Dabei ist es aus meiner Sicht auch völlig irrelevant, was jemand in einer Situation evtl. hören will oder nicht.

Genauer gesagt, ist es völlig müßig, auch nur einen Gedanken daran zu "verschwenden" bzw. (gewählte oder zu wählende) Worte auf die Goldwaage zu legen.

Denn darum geht es gar nicht!
Sondern viel mehr darum, gegenüber einem befreundeten Menschen authentisch zu bleiben.
Kurzum:
Sich wegen der evtl. beschissenen Situation, in der er sich befindet, nicht selbst irgendwie zu "verbiegen".
Das erwartet er nämlich ganz gewiß nicht.
Vielleicht eher eine Hilfe dahingehend, Perspektiven eröffnen zu können, an die er in all seiner "Angst-Benebelung" gar nicht denkt.

Damit meine ich, daß jemand in einer beschissenen Situation evtl. nicht mehr recht viel hat, an dem er sich "aufrichten" kann.
Weil er auf Grund der Situation möglicherweise total verunsichert ist.
Was soll er denn - v.a. wenn er verängstigt ist - noch glauben können?

Es geht dabei nicht darum, irgendwas "schönreden" zu wollen.
Sondern nur darum, einem befreundeten/geliebten Menschen beim "Sortieren"
behilflich sein zu können.
Mit evtl. Nüchternheit in der Beurteilung/Einordnung der Situation, zu der evtl. gar nicht mehr in der Lage ist, das so tun zu können.

Zitat:
Ich habe ihr geholfen, die Diagnose zu übersetzen und ehrlich zu sein ohne ihr den Mut zu nehmen. Ich habe immer angenommen, dass sie stark ist, weil sie hart gekämpft und nie aufgegeben hat.
Zitat:
Inzwischen ist es aber so, dass sie alles und jeden hasst
. Eine geballte Ladung Wut kommt da immer und immer wieder zum Vorschein, wenn wir Kontakt hatten, oder aber ein (zu) langes Schweigen. Beides tut mir weh. Ich war immer am runterschlucken, weil auch sie mir in meiner schweren Zeit geholfen hat. Ich habe sie nie gedrängt, etwas gegen ihre Probleme zu unternehmen, sondern alles auf meine Kappe genommen. Immer wieder überlegt, ob ich daran Schuld bin. Ob ich der Auslöser für Ihre Wut bin.
Mach Dich bitte frei davon, daß Du an irgendwas schuld wärst!
Das kommt mir genau so vor, wie wenn hier ab und zu über die "Ungerechtigkeit" "philosophiert wird", daß nun jemand einen Krebs "erwischt" hat bzw. von einem erwischt wurde.
Ist doch alles nur reiner Zufall.

Eben so gut könnte man darüber "philosophieren", was jemand (Autofahrer) auf einer Landstraße passiert, wenn jemand ein Autoreifen platzt.
"Schuld-Zuweisungen" dafür an wen und wofür?

Zitat:
Inzwischen ist es aber so, dass sie alles und jeden hasst.
Kennst Du die Gründe dafür, warum das so ist?

Aus meiner Sicht hast Du guten Willens getan, was Dir angemessen schien und Dir möglich war.
Vielleicht auch mehr "gegeben", was ja an sich kein Problem unter einander Liebenden ist.

Aber es gibt auch Grenzen dabei.
Einerseits die, daß man jedem (auch Deiner Freundin) zugestehen muß, daß er sein Leben so führt, wie er das für richtig hält, und andererseits die, inwieweit man selbst dazu bereit ist, ihn dabei auch noch weiterhin "begleiten" zu wollen.

Damit will ich sagen, daß man auch (notfalls) bereit dazu sein muß, "(ehemals) verbindende Brücken" abzubrechen, wenn die Aufrecht-Erhaltung von ihnen oder genauer gesagt, das Bemühen darum, nicht auch entspr. "honoriert" werden.

Versuch bitte, wie w.o.g. auf Deine Freundin zuzugehen.
Und wenn sie darauf nicht positiv reagiert, dann laß sie alleine "glücklich werden", weil sie Dich dazu möglicherweise gar nicht braucht.

Wozu sollte man denn jemand freundschaftlich "vergewaltigen" wollen, wenn er das gar nicht will?

Liebe Grüße
lotol
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Geändert von lotol (15.07.2018 um 04:51 Uhr) Grund: Korrektur/Ergänzung
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  #8  
Alt 15.07.2018, 12:27
Hanne-M Hanne-M ist offline
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Hallo lieber lotol,
ich danke Dir, dass Du Dir nochmal die Mühe gemacht hast hier zu antworten.
Ich weiß nicht, warum sie über alles meckert. Ich kann nur mutmaßen: Verzweiflung? Überforderung? oder Ausschluss von allem, was nicht in ihr Leben passt (nur geht das nicht immer, weil man nicht alles im Leben oder übergeordnetem Umfeld ändern kann.)

Natürlich lasse ich sie ihr Leben leben und von "Vergewaltigung" kann nicht die Rede sein. Wozu auch? Wer gehen will, muss das so tun, dann aber offen und ehrlich das auch so sagen und nicht schweigen.

Meine Ideen sind nur Vorschläge und meine Witze, so doof sie manchmal auch sein mögen, sind kein Grund dafür, jemandem zu drohen.

Auch erwarte ich nicht, für meine Hilfe honoriert zu werden - dafür gibt es schließlich Freunde- , sondern eher eine reflektierte Unterhaltung. So wie es auch mit meinen anderen Freunden funktioniert. "Was hälst Du davon, wenn.../ nein, weil.." oder auch "gute Idee, aber.." Das ist nur ein Bespiel von vielen. Ich mag nicht wegen irgendeiner Lapalie angeschrien oder "bedroht" werden.
Der "Ton macht die Musik". Man kann einmal meckern, zweimal, dreimal..., nur ist irgendwann auch meine Schmerzgrenze erreicht.

Was das Aufeinander zugehen betrifft, habe ich so den Eindruck, dass das bisher nur ich gemacht habe. Freundschaft hat nichts damit zu tun, dass immer nur einer im Recht sein will und andere Meinungen nicht zulässt.

Das hat sie mit anderen auch schon so gemacht (vor ihrer Erkrankung) und sie letzen Endes aus ihrem Leben geworfen, nur weil diese ihr eigenes Leben nicht so gestalten durften, wie sie (meine Freundin) es für richtig gehalten hat. Kleines Thema Erziehung. Warum mischt sich eine Nicht-Mutter (auch andere) in die Erziehung einer anderen ein? Selbst wenn sie hundertmal Recht hätte. Es ist nicht ihr Kind, nicht ihr Leben oder ihre Entscheidung. Sie hat nicht bekommen, was sie wollte und diese Freundin weggeworfen.

Zu so einem "Spielball" will ich nicht werden. Das ist der Grund, warum ich derzeit nicht diejenige sein mag, die schon wieder auf sie zugeht. Das hat auch etwas mit Respekt zu tun.

Danke Dir dafür, dass Du mir ein Stück Mut gemacht hast. Als Betroffener ist es manchmal besser, wenn ein Außenstehender eine Situation emotional losgelöster betrachtet.

Liebe Grüße
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  #9  
Alt 15.07.2018, 22:21
lotol lotol ist gerade online
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Liebe Hanne-M,

Zitat:
Das hat sie mit anderen auch schon so gemacht (vor ihrer Erkrankung) und sie letzen Endes aus ihrem Leben geworfen, nur weil diese ihr eigenes Leben nicht so gestalten durften, wie sie (meine Freundin) es für richtig gehalten hat. Kleines Thema Erziehung. Warum mischt sich eine Nicht-Mutter (auch andere) in die Erziehung einer anderen ein? Selbst wenn sie hundertmal Recht hätte. Es ist nicht ihr Kind, nicht ihr Leben oder ihre Entscheidung. Sie hat nicht bekommen, was sie wollte und diese Freundin weggeworfen.

Zu so einem "Spielball" will ich nicht werden. Das ist der Grund, warum ich derzeit nicht diejenige sein mag, die schon wieder auf sie zugeht. Das hat auch etwas mit Respekt zu tun.
Letzteres ist ohne weiteres nachvollziehbar.

Und wenn Deine "Freundin" so "gestrickt" ist wie von Dir beschrieben, ziehe ich meinen Rat, auf sie zuzugehen, zurück.
Denn, kurz gesagt:
Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Zitat:
Danke Dir dafür, dass Du mir ein Stück Mut gemacht hast. Als Betroffener ist es manchmal besser, wenn ein Außenstehender eine Situation emotional losgelöster betrachtet.
Nichts zu danken - geschah gerne.
Als Außenstehender registriere ich dominant, daß Dich diese (vermeintliche) "Freundschaft" eher belastet als sie Dir guttun kann.

Genau so wie man überstandene (geheilte) Krankheiten einfach hinter sich lassen können muß, ist das manchmal auch für Beziehungen erforderlich.
Es hat wenig Sinn, etwas aufrecht erhalten zu wollen, wenn man sich schon fragen muß ob einem das überhaupt guttut.

Ganz abgesehen davon, daß sich normalerweise so eine Frage unter Befreundeten gar nicht stellt, weil man sie als Bereicherung/Beglückung des eigenen Lebens empfindet.
Und wenn das nicht oder nicht mehr der Fall ist, muß wohl jeder für sich selbst entscheiden können, wie er sich am besten verhält.

Liebe Grüße
lotol
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Krieger haben Narben.

Geändert von lotol (15.07.2018 um 22:26 Uhr) Grund: Nachtrag/Korrektur
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