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  #1  
Alt 01.11.2007, 20:48
dolorousness dolorousness ist offline
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Standard Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Wir kamen gestern ins Krankenhaus. Die Blutwerte und Röntgenbilder haben den Verdacht auf Metastasenbildung / -streuung in der Leber erhärtet.
Heute sollte Mama CT-Untersuchungen, etc bekommen.
Sie hat sich geweigert. Wurde nach einer Nacht Aufenthalt wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Sie redet nicht mit uns über das Thema. Geht nicht darauf ein.
Ich habe Angst, dass wir wichtige Zeit verlieren. Dass wir ihr mit einer Chemotheraphie helfen könnten.
Wie soll ich mich ihr gegenüber verhalten?
Der Arzt sagt, falls die Diagnose stimmen würde, käme es wahrscheinlich vom Darm oder der Brust. Sie könnte noch vier Monate leben, mit Therapie vielleicht drei Jahre.
Hilft einem die Wahrheit? Die Gewissheit? Und ist es nicht grausam ohne? Wann stirbt die Hoffnung? Kann man einen Menschen zu diesen Untersuchungen zwingen? Ich habe das Gefühl, sie hat es nicht richtig registriert. Was macht man, wenn ein Mensch, den man liebt bald sterben muss? Wie kann ich helfen?
Sie ist so schwach und dünn und blass und bekommt nicht viel Luft und hustet ganz oft.
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  #2  
Alt 02.11.2007, 00:23
Benutzerbild von Leona
Leona Leona ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Hallo Dolorousness,
gib deiner Mutter den notwendigen Raum und die Zeit, zu eigenen Entscheidungen zu kommen. So eine Diagnose ist ein Schock!
Meine Mami bekam am Karfreitag die Diagnose Rectum-Ca ... ich kann mir also gut vorstellen, wie du dich fühlst. Aber bitte, gib deiner Mutter den notwendigen Raum, die Zeit und die Liebe, dass sie zu ihren eigenen Entscheidungen finden kann (das ist eh schon schwer genug in so einer Situation) - auch wenn die vielleicht anders ausschauen als du dich verhalten würdest, wenn es um dich selbst ginge.
Mir haben in den vergangenen Monaten viele, viele Lesestunden hier im Forum geholfen - und viele der Informationen, die ich dadurch meiner Mami geben konnte, haben ihr geholfen.
Ich wünsche euch viel Kraft und deiner Mutter: fachlich qualifizierte und vor allem menschlich gute Ärzte und warmherziges Pflegepersonal ...
Und dir, Dolorousness wünsche ich, dass du viel liebevolle HIlfe in dieser schweren Zeit bekommst !!
Liebe Grüße .... Leona
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  #3  
Alt 02.11.2007, 09:18
Benutzerbild von Birgit4
Birgit4 Birgit4 ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Liebe dolorousness,
ich kann dich sehr gut verstehen ...aber auch deine Mama!!!
Ich bin Betroffene,Darmkrebs mit Lebermetastasen seit Sep.2003 drei OP,s.
Und ich bin Mutter von 5 Kindern...30,28,23,19 und 9 Jahre....
Wie Leona schon schreibt....lasse ihr notwendigen Raum und die Zeit, zu eigenen Entscheidungen zu kommen. So eine Diagnose ist ein Schock!
Ja ,es ist ein Schock....und glaube mir jeder Mensch hängt an seinem Leben....sie wird sich für das Leben entscheiden.
Bei mir wurde 70% Leber entfernt...ich war da 45 Jahre alt....es war hart...aber ich wollte es schaffen.
Die Ärzte gaben mir damals zwei Jahre Überlebenszeit...
Aber wie du siehst...man soll nicht alles glauben




Deine Worte:
Hilft einem die Wahrheit? Die Gewissheit? Und ist es nicht grausam ohne? Wann stirbt die Hoffnung? Kann man einen Menschen zu diesen Untersuchungen zwingen? Ich habe das Gefühl, sie hat es nicht richtig registriert. Was macht man, wenn ein Mensch, den man liebt bald sterben muss? Wie kann ich helfen?
Sie ist so schwach und dünn und blass und bekommt nicht viel Luft und hustet ganz oft.Ende deiner Worte


DIE HOFFNUNG STIRBT "NIE"

Und die Warheit bei dieser Diagnose ist immer wichtig....aber was man daraus macht ,liegt bei jedem selbst.Ich habe mir nie Angst machen lassen.Ich höre immer auf mein Bauchgefühl.

"NEIN" man kann keinen Menschen zwingen, etwas zu machen was er nicht will...
"Würdes du es wollen"????

Du kannst für deine Mama da sein....zeige ihr mit deiner ganzen Liebe ,dass du an ihrer Seite bist..."EGAL wie sie sich entscheidet"
aber glaube mir....jeder Mensch ist voller Hoffnung .

Als ich meine Diagnose bekam...habe ich nur an meine Familei gedacht....ich wollte Leben....und meine Familie war immer an meiner Seite,und haben meine Entscheidungen respektiert.Ich habe mich gegen Chemo entschieden...meine Familie war geschockt...gerade meine Mama.Aber heute hat sie es entlich geschluckt.Auch die Ärzte waren woller Sorge....ich müsste Ja...sonst.
Aber ich habe für mich entschieden....und das ist mir wichtig !!!
Verstehst du ....gebe deiner Mama Zeit.
Ich umarme dich mal ganz fest
Schreibe uns....wir sind an deiner Seite.....
Liebe Grüße von Birgit
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  #4  
Alt 02.11.2007, 15:49
dolorousness dolorousness ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Hallo Leona,

vielen Dank für Deine Anteilnahme!
Ich versuche wirklich, meiner Mutter die Zeit zu geben, aber es fällt mir verdammt schwer!
Ich werde jetzt auch versuchen, hier im Forum Informationen zu sammeln. Ich bin jetzt erstmal krankgeschrieben und werde die Zeit auch dafür nutzen.
Leider kann ich ihr diese zwar mitteilen, aber sie geht nicht darauf ein. Sie bespricht die möglichen Schritte nicht mit mir.
Ich glaube, meine Mama vertraut Ärzten nicht. Heute sagte sie, die Ärzte seien schuld, dass meine Schwester und ich so leiden. Sie möchte das Thema nicht an mich und meine Schwester rankommen lassen. Ich bin jedenfalls heilfroh, dass ich meine Schwester habe und mit ihr darüber reden kann.
Meine Mutter hat den nächsten Termin beim Hausarzt erst in knapp zwei Wochen, weil dieser jetzt im Urlaub ist. Das hört sich so verdammt viel Zeit an, die ins Lande streicht. Sie Sagt, sie will nur mit ihm DARÜBER reden.

Das ist so ein schweres Los, was wir alle zu tragen haben...
liebe, und leider traurige Grüße D
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  #5  
Alt 02.11.2007, 19:48
dolorousness dolorousness ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Liebe Birgit,

vielen Dank für die Hoffnungsschimmer...
Ich glaube ja auch, dass sie an ihrem Leben hängt! Aber ich befürchte, dass sie die Problematik nicht realisiert. Sie sagt dann: "Ich habe keine Schmerzen. Wenn ich akkut in Lebensgefahr geschwebt hätte, hätte ich im Krankenhaus bleiben müssen." Das ist das tückische an der Krankheit. Ich habe keine Schmerzen.

Und ihre Sturheit macht es für mich so unsagbar schwer.
Sie kann nicht zugeben, dass es schlecht um sie steht. Will es mit meiner Schwester und mir nicht besprechen. Sie meint wir verkraften das nicht und können das nicht verarbeiten. deshalb möchte sie mit uns nicht darüber reden.
Wir haben ihr gesagt, dass wir das gemeinsam mit ihr durchstehen wollen. Dass wir sie da nicht alleine lassen. Und dass wir darüber mit ihr reden müssen, um das ganze zu verarbeiten. Dazu rieten uns die Ärzte auch. Wir sollen nichts "totschweigen".

Und sie sagt nur, wir könnten damit nicht umgehen und könnten das nicht verarbeiten, deshalb möchte sie uns von dem Problem ausschließen. Sie kann nicht damit umgehen und das nicht akzeptieren, dass wir ihr gegenübersitzen und weinen oder uns das so zu Herzen zu nehmen.
Das könnte sie nicht ertragen.

Ich fühl mich der Krankheit gegenüber schon hilflos und ihr gegenüber auch. Sie lässt mich, uns, einfach nicht an sich heran. Und sie wurde richtig wütend, wir sollen nicht darauf rumreiten. Natürlich nehme ich das nicht persönlich. Denn ich denke, es liegt an der schweren Krankheit, dass sie dann böse wird.
Und wir haben keine Diagnose. Wir haben nur ein Röntgenbild und Blutwerte. Was ich dazu bei wikipedia lesen konnte, war erschreckend.

Der Arzt im Klinikum und Hausarzt rechnen damit, dass sie bereits in Stufe vier, die höchste Stufe, erreicht hat. Das Endstadium.
Ich will daran nicht denken. Das macht mich so unsagbar traurig. Ich habe auch Hoffnung, weil ich so ein Ende nicht akzeptieren kann.

Nein, ich würde nicht wollen, dass mich jemand zu etwas zwingt, was ich nicht will. Ich bin auf eine Art und Weise kompromissbereit, weil ich denke, es bin nicht ich, um den sich die ganze Welt dreht.

Natürlich bin ich für meine Mama da. Ich habe ihr das auch gesagt, egal, wie sie sich entscheidet. Und dass ich sie dann aufheitern und ablenken möchte und nicht ständig vor ihr weinen. Das versuche ich auf Zeiten zu legen, in denen sie mich nicht sieht.

Ich werde die nächsten Tage nicht so sehr auf sie einreden. Ich gebe ihr Deine E-Mail an mich zum Lesen, wenn Du nichts dagegen hast. Vielleicht liest sie sich das ja wenigsten durch, wenn sie schon nicht mit mir reden mag.

Ich befürchte, sie versucht das ganze Thema zu verdrängen. Oder zu ignorieren.

Danke für Deine Umarmung! Und es tut mir so leid, dass Du auch davon betroffen bist und Du erscheinst mir auch so mutig. Genau richtig, wie man an sowas rangehen sollte. Ich wünsche Dir nur das allerbeste und umarme Dich auch

Liebe Grüße Dolo
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  #6  
Alt 02.11.2007, 21:11
Benutzerbild von hope38
hope38 hope38 ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Hallo liebe Dolo!
Es tut mir leid, was Ihr gerade durchmacht...

Zu Deinen Gedanken um Deine Mutter: Ich denke, daß sie wirklich ein wenig Zeit braucht, um zu begreifen, was da passiert ist. Ich meine, von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr da,wo es war. Die Welt ist entrückt. Und die Aussage, sie habe ja keine Schmerzen, also könne es so schlimm nicht sein, verstehe ich als "greifen nach dem Strohhalm".
Sie wird es wissen, sie wird es spüren, aber sie braucht auf ihre Art und Weise die Zeit, um das anzuschauen. Es ist toll, wenn Ihr an ihrer Seite seid. Das ist enorm wichtig. Ich denke aber auch, daß es Menschen gibt, die einfach sich nichts anmerken lassen können. Sie haben es nie gelernt. Und letztenendes ist es ja auch so, daß diese nach Außen getragene Stärke in diesem Moment, in dem das Leben einem Standort nach einem Erdrutsch gleicht, das einzige ist, was uns Betroffenen noch bleibt. Weißt Du, wie ich es meine?

Zu den Befunden: Warte ab, was Dir die Ärzte nach dem Zusammentragen aller Ergebnisse mitteilen werden. Ich las neulich diesen Satz, den ich sehr gut finde: "Es gibt keine hoffnungslosen Prognosen, solange es noch Hoffnung gibt". Ich weiß, es ist ein verdammt harter Weg, für alle in der Familie.

Zu mir: Ich bin jetzt 40, vor 1,5 Jahren diagnostiziert Rektum-Carzinom ohne Metastasen, habe alle Behandlungen hinter mir, bin verheiratet und Mama von 6 Kindern Es ist hart....

Ich wünsche Euch das Beste! Ihr habt ihr signalisiert, daß Ihr für Eure Mutter da seid. Das ist wertvoll!

Liebe Grüße,
hope
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  #7  
Alt 03.11.2007, 09:45
Benutzerbild von Birgit4
Birgit4 Birgit4 ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Liebe Dolo,
danke das du Zeit gefunden hast mir zu schreiben....ich lese in deinen Worten deine Sorge und Angst um deine Mama.
Ich kann es nicht schön reden....es ist ein schubs in eine ungewisse Zukunft für euch(uns) alle.
Wie du schreibst habt ihr noch keine Diagnose....es ist schwer ohne Diagnose zu erkennen....wie es in deiner Mama aussieht.Deshalb lege ich dir nochmal die "HOFFNUG" in dein Herz.
Ich hatte einen T4...das heißt die höchste Stufe ist erreicht.Meine Prognose war 2 Jahre ....wegen meiner Lebermetastasen.
Wie du siehst....ich habe die Hoffnung "NIE" aufgegeben.
Ich würde mich freuen, wenn deine Mama hier reinschaut....ich werde mich gerne mit ihr austauschen.Ich werde ihr versuchen Hoffnung und Kraft zu schöpfen....
sage ihr ....liebe Grüße von mir!

Ich weiß wie es in deiner Mama aussieht....ich habe gesehen ,erlebt,gefühlt...habe in die Augen meiner Kinder gesehen....und habe denn großen unbegreiflichen Schmerz gefühlt und gesehen."WARUM MEINE MAMA"Bei jeder Vorsorge bei jeder OP....ging es meinen Kindern und meinem Mann schlecht.Ich wollte sie auch immer schützen...habe versucht zu verheimlichen....aber wir sind zu eng miteinander verbunden.Heute nach vier Jahren,sind alle so dankbar das ich es so lange geschafft habe.Und sind sehr stolz auf mich....aber ich habe sie auch gebeten mich loszulassen;"Wenn Gott mich ruft"Alle haben aus meiner Krankheit gelernt.....Sie haben gelernt zu Leben....und wissen das Leben ist hier auf Erden, nur für eine gewisse Zeit ein Geschenk .
Aber alles braucht seine Zeit....es sind ganz viel Prozesse um zu verstehen.
Das Herz wird ,und will es nicht verstehen ,weil die Liebe zwischen einer Mutter und Kindern ist so tief ist....so tief ,das es in meinem Herzen brennt.
Liebe Dolo ich umarme dich heute auch wieder ganz lieb.
Bis bald ....und einen lieben gruß von Birgit
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  #8  
Alt 04.11.2007, 23:27
dolorousness dolorousness ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Nur ein ganz kurzer Stand, wie´s mir geht.

Ich sitze alleine zu Hause und trinke Whisky-Cola. Bis vor zwei Stunden hatte ich noch jemanden zum Reden. Jetzt habe ich niemanden mehr. Wenn ich gar nicht einschlafen kann, muss ich noch eine von den Beruhigungstabletten nehmen, die mir der Arzt verschrieb.

Und weil ich niemanden mehr zum Reden habe, muss ich das jetzt aufschreiben. Ich will meine Schwester auch nicht noch zusätzlich belasten.
Nur soviel für den Moment, ich bin froh, dass ich euch habe und mit euch schreiben kann!

Ich bin so traurig und ich die ganze Zeit
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  #9  
Alt 05.11.2007, 07:41
Benutzerbild von Windlicht
Windlicht Windlicht ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Hallo Dolo
Mein Vater hat auch Darmkrebs............ich kann verstehen das es auch
dir den Boden unter den Füssen wegreisst...........auch du brauchst
Zeit um die Diagnose zu verarbeiten..............auch du leidest...........
aber du musst lernen die Wünsche deiner Mutter zu akzeptieren.......
du kannst ganz einfach für sie dasein...........gib ihr die nötige Zeit.......
um sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden............
mein Vater lebt nun seit 8 Jahren mit dieser Krankheit .........aber er
ist eine Kämpfernatur und will Leben..........aber auch er brauchte am
Anfang viel Zeit bis er die Diagnose verdaut hatte...........auch er
wollte am Anfang nicht darüber sprechen ...........auch er musste es
lernen.........genau wie wir lernen müssen die Entscheidungen unserer
Êltern zu akzeptieren.............. auch wenn er den Versuch mit einer
neuen Chemo ablehnen würde.......... müsste und würde ich es ver-
stehen.........denn da durch müssen alle diese tapferen Kämpfernaturen
alleine gehen ........wir können ihnen nur beistehen, kleinigkeiten erledigen
und für sie dasein...............dazu brauchen wir manchmal sehr viel Kraft
............
Gib aber die Hoffnung nicht schon auf bevor ihr eine Diagnose habt.......
Wünsche dir ganz viel Kraft Daniela
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  #10  
Alt 08.11.2007, 15:45
dolorousness dolorousness ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Hallöchen @ all,

ich komme gerade von meiner Mum. Ich wollte mit ihr spazieren gehen, das führte schon wieder zu einer Streitigkeit. Meine Mum möchte nicht spazieren gehen, sie möchte nicht einkaufen gehen, oder kaffee trinken, nicht mit mir die Oma besuchen oder ihre Enkel sehen. Sie möchte nicht ins Kino und nicht shoppen. Sie ist nur noch zu Hause und schmeißt den Haushalt. Ansonsten macht sie nichts mehr.

Mittlerweile hat sie auch Schmerzen im Rücken, Gesäß und der Seite, was auch davon kommen könnte, dass sie fast den ganzen Tag sitzt. Ihre Muskeln bilden sich garantiert zurück. Ich denke, ihr fehlt die frische Luft.

Ihre Antwort auf so gut wie alles: Sie hätte nächste Woche Mittwoch einen Termin beim Hausarzt. Davor macht sie nichts. Sie redet weder mit meiner Sister und mir, noch mit meinem Dad.

Sie sagt sowas wie, sie hätte nur eine Momentane Schwäche. Hat sie den Ernst der Lage überhaupt erkannt? Und sie mache sich über sowas wie Krebs keine Gedanken. Und sie rede nicht mit uns darüber. Und wir sollen sie nicht nerven.

Zwischendurch regt sie sich auf und schreit uns an. Telefoniert sie mit meiner Schwester, kann es sein, dass sie einfach auflegt. Und als ich heute bei ihr war, setzte sie sich nach unserem Streitgespräch an den Tisch, hielt sich die Ohren zu, schaute in eine andere Richtung, und ging nicht mehr auf mein Gesagtes ein. Das hat sie komplette ein/ein/halb Stunden durchgezogen, dann bin ich gefahren.

Das einzige Mal, dass sie weitgehend über die Krankheit sprach war, dass sie nicht möchte, dass meine Schwester ihre Kinder mitbringt, weil sie nicht will, dass sie meine Mum irgendwann hassen. Aber sie sieht nicht außergewöhnlich krank aus oder läge im Bett. Sie hält sich weitgehend normal in der Wohnung auf.

Gegen ihre Schmerzen möchte sie keinen Arztbesuch und keinen Tabletten, sie legt sich dann lieber schon um 19 Uhr ins Bett. Essen tut sie normal bis wenig. Als hätte sie den Appetit verloren.

Sie war bestimmt 17 Jahre nicht mehr beim Arzt und hält von diesen leider auch nicht viel.

Sie sagt, sie hätte eure E-Mails gelesen, die mir persönlich viel Hoffnung machen. Dann gibt´sie an, sie hätte nicht alles daraus verstanden, und möchte aber auch nicht, natürlich nicht, darüber reden.

Sie möchte, dass wir auch nicht darüber reden. Das kriege ich nicht hin. Hilflos mitansehen, wie meine Mum stirbt und still daneben sitzen. Das geht irgendwie nicht. Vor allen Dingen habe ich so viel Hoffnung wegen euch, wie ihr alle so mutig gegen die Krankheit kämpft und viele schöne Augenblicke dadurch gewinnt.

Meine Schwester fragt mich jeden Tag, was wir noch versuchen wollen. Ich nehme mir vor, ihr einen Brief zu schreiben. Ob das was ändert? Ich befürchte, nicht.

Danke, für eure E-Mails. Mir haben sie schonmal geholfen. Ich kann auch aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis mit niemanden darüber reden, außer einer lieben Freundin, weil meine Mum das nicht möchte. Das kann ich auch weitgehend verstehen und respektiere das.

Hoffnungsvolle Grüße
Dolo
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  #11  
Alt 09.11.2007, 09:29
AnnaR AnnaR ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Hallo Dolo!
Wie gut ich dich verstehen kann, da glaub ich doch du schreibst von meiner Mutter, die konnte doch auch sowas von !!!!!sein. Vor gut 5 Wochen hat es Papa dann gereicht. Wir haben ihr gesagt das wir ihr nur helfen wollen weil sie sehr schwer krank ist und nicht wieder gesund wird. Dazu hat uns der HA geraten. Seither ist frieden und sie benimmt sich normal bzw. denkt viel nach. Seit ca. 3 Wo. bin ich schon Tag und Nacht bei Ihnen, da konnte sie noch ein bisschen mit dem Rollwagerl gehen. Seit 2 tagen ist totaler Pflegefall und wird lt. Arzt noch mehr werden. Kannst bei meinem Beitrag GIST, naht.... nachlesen. lg. Anna
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  #12  
Alt 09.11.2007, 12:12
Sassy Sassy ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Hallo
Meine Mama hat auch Krebs!! Vor 4 jahren hat man vestgestellt das sie einen bösartigen tumor am unterleib hat!! dann hat man halt mit dem standart Progarmm an gefangen chemo bestrahlung!!! dann war alles wieder gut der krebs schien besiegt zu sein!!! vor ca. 3 wochen der schlag sie haben wieder krebs fest gestellt an der leber, dann schauten sie rein und es sieht wohl nicht gut aus!!!!! Jetzt suchen sie wo das alles her kommt!!!
Aber ich muss sagen das ich super stolz auf meine mama bin sie ist so strark und tapfer sie lässt sich nicht unterkriegen
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  #13  
Alt 10.11.2007, 00:00
dolorousness dolorousness ist offline
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Hallo Anna,
ich habe Deinen Thread GIST gelesen. Es macht mich traurig und ich habe Angst, dass ich auch noch in diese Situation gerate, dass ich Tag und Nacht bei meiner Mama sein muss. Dass alles schlimmer und unerträglich wird für sie.
Das ist ein wirklich schweres Los, wenn man um einen geliebten Menschen solche Angst haben muss. Meine Mama ist erst 57 Jahre alt. Das alles, was ihr eurer Mama gesagt habt, haben wir meiner auch schon gesagt, leider ist bei uns kein Frieden eingekehrt. Ich habe auch Angst, dass meine Mum zum Pflegefall wird und ich stendig und akkut um ihr Leben bangen muss.
Ich wünsche euch alles Gute und Dir viel Kraft, diese schwierige Zeit in Deinem Leben zu überstehen!
LG Dolo
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  #14  
Alt 10.11.2007, 00:11
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Standard AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(

Liebe Hope,
ich denke, Du hast recht, es kann sein, dass meine Mum es nie gelernt hat, Gefühle zu zeigen.
Diese nach außen getragene Stärke ist so zerbrechlich, dass sie keine Wirkung erzeugt. Uns würde es besser gehen, würde sie mit uns über ihrer Krankheit reden. Vielleicht bleibt uns wirklich nicht mehr als das, aber kann man das wissen, wenn man nicht versucht, dagegen zu kämpfen. Und noch nicht mal, uns zu liebe macht sie das. Als wären wir ihr als Kinder egal.
Heute sagte sie, sie wünsche sich, dass wir sie aufheitern würden, mehr nicht. Davon geht der Tumor leider nicht zurück.
Leider werden wir von den Ärzten wahrscheinlich überhaupt keine Befunde mehr bekommen oder Diagnosen, weil Mum, so wie ich sie momentan erlebe, keine weiteren Untersuchungen machen wird. Wir werden alle in der Ungewissheit leben. Und in der Unklarheit, ob sie überhaupt jemals die Lebensgefahr der Lage erkannt hat.
Dann fühlt man sich hilflos als Tochter. Wenn für die Mutter der Strohhalm, für mich eine Luftblase ist.
Es tut mir sehr leid, dass Dich solch ein Schicksal ereilt hat und ich wünsche Dir, dass die Therapie so gut half, dass so eine Diagnose nie wieder kommt,
Ich umarm Dich
Dolo
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  #15  
Alt 10.11.2007, 00:28
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Liebe Birgit,
wir haben nur die Diagnose "Bösartige Neubildung ohne Angabe der Lokalisation". Ich habe alle Blutwerte von Mama gegoogelt oder bei Wikipedia nachgelesen. Da spricht alles für das Schlimmste. Und ich habe das Röntgenbild ihres Oberkörpers gesehen. Viele weiße kleine Sterne, die da nicht hingehören, die wohl Schatten darstellen sollen. Wenn sogar ich auf einem Röntgenbild Dinge sehe, die da nicht hingehören, wird mir ganz schlecht.
Natürlich finde ich die Zeit, Dir zu schreiben, aber eigentlich müsste ich Dir danken, dass Du mir schreibst, ich weiß nämlich nicht, mit wem ich darüber reden soll. Meine Schwester, Vater, Freundin, mehr habe ich nicht. Aber wer weiß schon, um die Problematik? Für die drei ist das auch alles neu. Neu und grausam.
Die Klinikärzte sprachen nur in der wäre-, hätte-, würde-Form, machen aber keine weitere Diagnose ohne CT und Gewebeprobe. Wenn das also alles so wäre, wäre meine Mum auch Stufe vier. Aber zwei eine zwei JahresHoffnung hat uns keiner mehr gegeben. Viel mehr waren die Worte, es wärehättewürde wohl unbehandelt keine größere Lebenserwartung als vier Monate geben.
Ich möchte die Hoffnung auch nie aufgeben.
Meine Mum schaut leider nicht ins Internet. Sie hatte sich nie damit angefreundet. Das einzige, was ich machen kann, ihr eure E-Mails hinzulegen, die sie angeblich gelesen hätte, aber doch nichts dazu sagt. Nur dass sie nicht alles daraus versteht. Aber reden mit mir / uns darüber möchte sie nicht.
Ich bin Deiner Meinung, das Leben ist wirklich nur ein kurzes Geschenk, aber jeder hängt doch an seinem Leben und wir sollten alle Tagen, die wir noch haben viel intensiver erleben und verbringen.
Nach einem Streitgespräch, was ich mit meiner Mutter gestern hatte, hielt ich mich heute zurück, die Kinder waren auch dabei.
Ich druckte ihr heute Fotos von den glücklichen Momenten diesen Jahres aus, -solche Fotos werden wir wohl nie wieder machen können...
Und das alles zu sehen, Familienfotos aus alten, glücklichen, unbeschwerten Tagen, macht mich nur noch mehr traurig. Ich will und kann nicht soweit denken, was wäre, wenn sie nicht mehr da wäre.
Leider redet sie mit uns noch immer nicht. Möchte nicht spazieren gehen, nich t mit Papa in den Urlaub fliegen, nicht das Haus verlassen, auf dem Geburtstag des kleinen Enkels höchstens für eine Stunde vorbeischauen, wenn überhaupt.
Wir hätten keinen Spaß, wenn sie dabei wäre. Kein schöner Satz von ihr.
Ich drück Dich ganz doll
Dolo
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