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Alt 28.04.2004, 22:52
Tina NRW Tina NRW ist offline
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Standard Darmspiegelung (Koloskopie, Rektoskopie)

DICKDARMSPIEGELUNG / KOLOSKOPIE

Was ist eine Dickdarmspiegelung?


Bei der Dickdarmspiegelung handelt es sich um eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms mit Hilfe eines Koloskop. Hier kann der Arzt den Dickdarm von innen betrachten und ggf. Biopsoen (Gewebeproben) entnehmen oder auch kleinere operative Eingriffe vornehmen.
Die Koloskopie gilt nach wie vor als sicherste Methode in der Früherkennung von Darmerkrankungen und Darmkrebs und verursacht selten Schmerzen. Der etwa 12 mm dicke Endoslopschlauch hat eine integrierte Optik. Der Arzt kann so die Darmschleimhaut untersuchen und beurteilen. Bei modernen Koloskopen kann auch eine Videoaufzeichnung erstellt werden. Durch den Arbeitskanal können sowohl Gewebeproben zur weiteren Untersuchung entnommen, als auch evtl. vorhandene Polypen sofort entfernt werden, ohne daß ein weiterer Eingriff erforderlich wäre.

Was ist im Vorfeld zu einer Koloskopie zu beachten?

Eine gute Vorbereitung zur Koloskopie ist notwendig. Ca. 24 Stunden vor Beginn der Untersuchung darf keine schwer verdauliche und blähende Nahrung mehr zu sich genommen werden. Wird die Untersuchung früh morgens durchgeführt, muß ab ca. 14 Uhr des Vortages mit dem Abführen begonnen werden. Danach dürfen nur noch Getränke zugeführt werden (außer Kaffee, Fruchtsäfte oder Milch).
Die vollständige Darmentleerung ist deshalb wichtig, da ansonsten die Darmschleimhaut nur eingeschränkt beurteilbar ist.

Wie läuft eine Koloskopie ab?

Eine Koloskopie dauert etwa 14-30 Minuten. Meist wird vorher ein Beruhigungsmittel verabreicht, so daß man während der Untersuchung „schläft“. Ggf. kann auch ein Schmerzmittel verabreicht werden, was jedoch in den meisten Fällen nicht nötig ist. Der Patient wird auf der linken Körperseite gelagert. Zunächst untersucht der Arzt den Enddarm mit dem Finger und tastet ihn aus. Unter Verwendung eines Gleitgels wird dann das Endoskop vorsichtig eingeführt.

Unter Sicht auf dem Monitor kann das Endoskop vom Mastdarm über den gesamten Dickdarm bis in die untersten Dünndarmabschnitte vorgeschoben werden. Durch Einblasen von Luft entfaltet sich der Darm und kann vom Arzt besser eingesehen werden.
Sowohl bei Vorschieben als auch beim Rückzug werden die inneren Wände des Darmtraktes betrachtet und beurteilt und evtl. Proben zur feingeweblichen Untersuchung entnommen oder auch Polypen entfernt.

Nach Beendigung der Untersuchung kann der Patient sofort wieder essen was er will. Bei Verabreichung eines Beruhigungsmittels sollte man an diesem Tag weder Auto fahren, noch andere Tätigkeiten ausführen, die erhöhte Konzentration und Aufmerksamkeit verlangen.

Welche Risiken gibt es?

In der Regel ist die Koloskopie eine risikoarme Untersuchung. Bei Verwendung von Beruhigungs- oder Schmerzmitteln können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Blutungen insbesondere bei erhöhter Blutungsneigung. Kreislaufprobleme (bei entsprechenden Vorerkrankungen). Darmwandschädigung , Durchstoßen der Darmwand (Perforation) durch das Koloskop (insbesondere bei vorgeschädigter Darmwand oder bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Nachblutungen, vor allem beim Abtragen von Polypen.

Solche Komplikationen sind eher selten und lassen sich durch geeignete Gegenmaßnahmen schnell beherrschen. Wichtig im Vorfeld der Untersuchung ist eine Informationen an den behandelnden Arzt über:
- Blutungsneigung
- Blutverdünnende Medikamente
- Herzerkrankung
- Allergie
- Operation an Magen oder Darm
- Bestehen einer Schwangerschaft


Welche anderen Untersuchungmöglichkeiten gibt es?

Eine andere Möglichkeit den Dickdarm zu untersuchen ist ein Kolon-Kontrasteinlauf. Hierbei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung. Der Dickdarm wird hier mit Hilfe von Röntgen-Kontrastmitteln sichtbar gemacht. Allerdings ist es dem Arzt nicht möglich Biopsien zu entnehmen oder kleinere operative Eingriffe durchzuführen. Deswegen wird diese Untersuchung nicht mehr sehr oft durchgeführt und findet Anwendung nur noch in Sonderfällen wie z.B. bei Darmverengung oder einer Stenose, wo das Koloskop nicht in den Dickdarm vorgeschoben werden kann.

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte virtuelle Koloskopie mit Hilfe einer speziellen Computer-Tomographie. Ein spezielles Computerprogramm wandelt die Schichtaufnahmen eines Gewebes in dreidimensionale und farbige Bilder um. Der Arzt am Computer kann so die Beschaffenheit des Dickdarms auf dem Monitor beurteilen.

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Rektoskopie (Mastdarmspiegelung)

Dr. med. Peter Borlinghaus, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie


Was ist eine Rektoskopie?

Die Rektoskopie, auch Mastdarmspiegelung genannt, ist die Untersuchung des Mastdarms (Rektum). Der Mastdarm ist der etwa 12 bis 15 Zentimeter lange Abschnitt des Enddarms, der auf den etwa 2,5 bis vier Zentimeter langen Analkanal folgt.

Der Mastdarm liegt beim Mann hinter Prostata und Blase.

Wird nur der Analkanal untersucht, spricht man von einer Proktoskopie.


Wie funktioniert die Rektoskopie?

Für die alleinige Untersuchung des Mastdarmes wird in der Regel das Rektoskop, ein starres, etwa 20 bis 30 Zentimeter langes Metallrohr mit einem Durchmesser von etwa 15 bis 20 (30) Millimeter verwendet. Das Gerät besitzt eine Vorrichtung zur Beleuchtung und zum Einbringen von Luft, um den Darm zur besseren Beurteilung ein wenig aufdehnen zu können. Es können auch flexible Endoskope benutzt werden.

Soll nur der Analkanal untersucht werden, kommt das Proktoskop, ein starres, etwa acht bis 15 Zentimeter langes Instrument aus Metall oder Kunststoff zur Anwendung.


Bei der Frau befindet sich der Mastdarm hinter Vagina und Gebärmutter.


Bei beiden Untersuchungen können Gewebeproben entnommen oder Polypen entfernt werden.


Wann wird eine Rektoskopie durchgeführt?

Die Rektoskopie bzw. Proktoskopie ist unter anderem in folgenden Fällen erforderlich:

- Zur Früherkennung von Mastdarmkrebs bei der Vorsorgeuntersuchung

- Bei Blutungen im Bereich des Anus oder bei Blutauflagerungen im Stuhl

- Bei anhaltenden Beschwerden beim Stuhlgang

- Zur Diagnosestellung von weiteren Erkrankungen des Analkanals und des Mastdarmes wie z.B. Polypen oder Hämorrhoiden.

- Bei weiblichem Genitalkrebs zum Ausschluss einer Tumorausdehnung


Oft muss bei diesen Fragestellungen eine Spiegelung des gesamten Dickdams, die Koloskopie, durchgeführt werden.


Was ist im Vorfeld einer Rektoskopie zu beachten?

Etwa eine halbe Stunde vor der Untersuchung wird der Enddarm mit einem Einlauf gereinigt.

Vor Einführung des Rektoskops oder des Proktoskops begutachtet der Arzt den Darmausgang (After) und tastet dann den Analkanal vorsichtig mit einem Finger aus. So fallen z.B. größere Hämorrhoiden oder Einengungen auf.


Wie läuft eine Rektoskopie ab?

Der Patient wird zuerst in Knie-Ellenbogen- oder in Seitenlage gebracht. Das Proktoskop bzw. Rektoskop wird dann mit einem Gleitmittel eingerieben und vorsichtig in den Analkanal bzw. in den Mastdarm eingeführt. Unter Umständen wird etwas Luft in den Darm eingeblasen, damit sich dieser entfaltet und gut einsehbar ist.

Wenn nötig, können nun Gewebeproben (Biopsien) entnommen, Polypen mit einer Schlinge abgetragen oder auch Hämorrhoiden behandelt werden.


Welche Komplikationen können bei der Rektoskopie auftreten?

Vor allem nach Polypen-Abtragung, Gewebeprobe-Entnahme oder Hämorrhoidenbehandlung kann es gelegentlich zu Nachblutungen kommen. Nach einer Hämorrhoidenbehandlung können auch Druckgefühl, Gefühlsstörungen oder Schmerzen auftreten. Dies ist meist nur am Tag der Behandlung der Fall und dauert selten länger an.

Sehr selten können folgende Komplikationen auftreten:


- Verletzungen der Darmwand bis hin zu einem Durchbruch, der so genannten Perforation.

- Allergische Reaktionen auf das eingespritzte Verödungsmittel

- Infektionen


Welche alternativen Untersuchungsmethoden können angewandt werden?

Sehr wichtig ist die Austastung des Analkanals und des unteren Enddarms mit dem Finger, denn auf diese Weise wird oftmals ein hier gelegener Tumor erkannt.

Bei vielen der oben genannten Fragestellungen ist eine Koloskopie zur Untersuchung des gesamte Dickdarms erforderlich.

In manchen Fällen kann auch die Durchführung eines Röntgen-Kontrasteinlaufes des Dickdarmes empfohlen werden.


Redaktion Dr. med. Katharina Larisch
Aktualisierung 09.12.2003
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  #2  
Alt 07.11.2004, 17:32
Benutzerbild von Jutta
Jutta Jutta ist offline
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Ort: Im Süden
Beiträge: 3.495
Standard Doppel-Ballon-Enteroskopie - Dünndarm

Forschung und Praxis, 28.10.2004

Doppel-Ballon-Enteroskopie bringt neue Einblicke in den Dünndarm
Neues Verfahren wird sowohl diagnostisch als auch therapeutisch genutzt


Der Dünndarm war bis vor kurzem diagnostisch schwer zu erreichen. Dies hat sich mit der Entwicklung von neuen Verfahren wie der Kapselendoskopie und der Push-and-Pull-Enteroskopie (PPE) mittels Doppel-Ballon-Technik geändert. Denn mit den neuen Verfahren können der ganze Dünndarm eingesehen und mit der PPE sogar bei Bedarf sofort therapeutische Maßnahmen ergriffen werden.

http://aerztezeitung.de/docs/2004/10...zin/magen_darm


Liebe Grüße
Jutta
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  #3  
Alt 22.04.2006, 14:05
infors infors ist offline
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Registriert seit: 22.04.2006
Beiträge: 1
Standard Darmwandverletzung

Hallo.
Gestern wurde mir nach einer Darmspiegelung mitgeteilt, dass die Darmwand verletzt wurde. Sollte ich Blut im Stuhl haben, so käme das von der Verletzung und ich sollte mich nicht wundern. Blut habe ich zwar nicht im Stuhl, jedoch würde ich gerne eure Meinung hören, ob eine Verletzung der Darmwand nicht so schlimm ist und von alleine wieder verheilt.

Ich mache mir ein paar Sorgen, da ich gerade festgestellt habe, dass ich wenn ich leicht auf eine gewisse Stelle des Bauches (rechts neben dem Bauchnabel) drücke, ich Schmerzen habe.

Hat jemand von euch Erfahrungen gemacht, die mir weiterhelfen könnten?
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  #4  
Alt 23.04.2007, 17:32
Benutzerbild von Jimbo
Jimbo Jimbo ist offline
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Registriert seit: 02.03.2007
Ort: Rheinland
Beiträge: 339
Standard AW: Darmwandverletzung

Zitat:
Zitat von infors Beitrag anzeigen
Hallo.
Gestern wurde mir nach einer Darmspiegelung mitgeteilt, dass die Darmwand verletzt wurde. Sollte ich Blut im Stuhl haben, so käme das von der Verletzung und ich sollte mich nicht wundern. Blut habe ich zwar nicht im Stuhl, jedoch würde ich gerne eure Meinung hören, ob eine Verletzung der Darmwand nicht so schlimm ist und von alleine wieder verheilt.

Ich mache mir ein paar Sorgen, da ich gerade festgestellt habe, dass ich wenn ich leicht auf eine gewisse Stelle des Bauches (rechts neben dem Bauchnabel) drücke, ich Schmerzen habe.

Hat jemand von euch Erfahrungen gemacht, die mir weiterhelfen könnten?
Hallo,
sollte die Darmwand nur "angekratzt" sein, könnte das so verheilen. Sollte allerdings ein Loch in der Darmwand sein, wäre das schlecht.
Während der Op meines Vaters lag ein anderer Patient im Zimmer, dem genau dies bei der Darmspiegelung passiert war (vom Chefarzt). Dadurch trat Luft in die Bauchhöhle und das Bauchfell wurde angehoben. Dadurch kam es weiteren Komplikationen. In Folge musst ein Stoma gelegt werden und nochmals operiert werden.
Also melde Dich bei Komplikationen auf jeden Fall beim behandelnden Arzt.
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