Krebs-Kompass-Forum seit 1997  


Zurück   Krebs-Kompass-Forum seit 1997 > Krebsarten > Eierstockkrebs

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 31.03.2014, 19:55
Edeka Edeka ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2011
Beiträge: 421
Standard AW: Hormonelle Umstellung nach Ovarektomie

Liebe Uli-Wuli,
ich hatte die OP mit 40 und war vorher noch nicht in den Wechseljahren. Bei mir fingen die Schweißausbrüche wenige Tage nach der OP an. Ich habe dann ein halbes Jahr Hormonpflaster bekommen, damit waren keine Wechseljahrsbeschwerden da, als ich die Pflaster abgesetzt habe, ging es sofort wieder los. Schweißausbrüche, Probleme mit der Scheide, keine Lust mehr auf Sex.
Also... ich möchte auch noch meinen Rat abgeben:
Laß Dir Zeit für diese wichtige Entscheidung! Du weißt das jetzt seit kurzem, dann hast Du auch noch etwas Zeit zum Entscheiden... Nichts übereilen... recherchiere, wäge ab, Wie hoch ist das Risiko, zu erkranken, hast Du einen Arzt, der Dich engmaschig untersucht, könnte man eventuell nach OP mit Hormongaben ausgleichen oder triggert man damit etwas? usw usw...
Gut, daß Du hier fragst!
Liebe Grüße,
Edeka

Liebe Uli-Wuli,
ich hab eben mal nach dem Risiko geguckt... es ist bei BRCA2 für Eierstockkrebs nicht sooo hoch. 17%. Bei BRCA1 sieht das deutlich schechter aus. Es ist das Lebenszeitrisiko... Nur noch kurz zur Info... Laß Dir Zeit...
Alles Gute und liebe Grüße nochmal!

Geändert von Edeka (31.03.2014 um 20:30 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 31.03.2014, 20:28
Benutzerbild von uli-wuli
uli-wuli uli-wuli ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 31.03.2014
Beiträge: 3
Standard AW: Hormonelle Umstellung nach Ovarektomie

Ihr seid toll!!!! Vielen Dank für die fixen Beiträge
Zum Glück habe ich es ja tatsächlich nicht soo eilig mit der Entscheidung und werde deswegen noch einmal ins Krebs-Center nach Kiel fahren und mich dort beraten lassen. Auch einen Termin beim Endokrinologen im hiesigen Krankenhaus habe ich vereinbart. Aber die Infos die ich da bekomme, sind natürlich nur mehr oder weniger theoretisch, denn wie Ihr ja geschrieben habt, ist jede Frau anders! Die Empfehlung hier im Krankenhaus war eindeutig: Ovarektomie. Und angeblich soll sich dann auch mein Risiko für Brustkrebs verringern, auch wenn ich Hormone nehmen müsste, denn die gleichmäßige Gabe wäre wohl weniger Krebs fördernd als die Zyklusbedingten Schwankungen. Mal sehen, wie Kiel das sieht.

Freue mich über weitere Erfahrungsberichte, um einen Überblick der möglichen Folgen zu bekommen, auch um für die Gespräche gewappnet zu sein.

Vielen herzlichen Dank und liebe Grüße
Uli-Wuli
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 31.03.2014, 23:18
BRCA1 BRCA1 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 09.02.2014
Beiträge: 41
Standard AW: Hormonelle Umstellung nach Ovarektomie

Liebe Uli- Wuli,
aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass sie das in Kiel ganz genauso sehen zumindest bei Brca1 - soweit ich weiß geht die Empfehlung bei Brca2 aber auch dahin, da sich ja durch die ovarektomie das Brustkrebsrisiko um 50% verringert!! Ich war in Kiel und bin dann auch nochmal nach Köln zu Prof. Dr. Schmutzler gefahren - die Expertin in Deutschland schlechthin...Die gleiche Empfehlung - aber es bestand in meinem Alter - 40 - noch keine Zeitnot, da es sich bei diesen Prozentangaben immer um das LEBENSzeitrisiko handelt und nicht um das im z.b. nächsten Jahr zu erkranken.
Ich für mich kann nur sagen, dass ich es 4 Monate nachdem ich das Ergebnis des gentests hatte, habe vornehemn lassen...Ich habe zwei Töchter - familienplanung abgeschlossen - und Brca1 bei dem das lebenszeitrisiko ca 66 % beträgt an Brustkrebs zu erkranken. Rein statistisch habe ich es mit der Op auf 33% Prozent gesenkt! Ob ich auch noch eine prophy. Mastektomie vornehmen lasse, weiß ich noch nicht.
Da ich auch noch nicht an Krebs erkrankt bin, durfte ich mich Hormonell einstellen lassen. Meine Op ist erst 2 Monate her. Ich bemerke keine Veränderung..was natürlich auch an der Hormongabe liegen kann. Der Gedanke keine Eierstöcke mehr zu haben, ist dennoch nicht ganz ohne und bedarf ein wenig Verarbeitung...
Viel Glück für dein Vorhaben!

Geändert von BRCA1 (31.03.2014 um 23:21 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 01.04.2014, 22:04
Benutzerbild von XsunnyX
XsunnyX XsunnyX ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 10.12.2011
Beiträge: 122
Standard AW: Hormonelle Umstellung nach Ovarektomie

Hey

Mir wurden im Zuge der EK-Therapie beide Eierstöcke entfernt. Ich bekomme zwar keine Hormoneratztherapie, aber vielleicht interessiert es dich trotzdem wie ich die "Wechseljahre" durchlebt habe Alles halb so wild - meiner Meinung nach.
Ich hatte dazu mal in meinem Blog einen Beitrag geschrieben
http://einneuerweg.blogspot.de/2012/...wechselja.html

Kannst du gerne mal nachlesen, wenn es dich interessiert
__________________
Mein eigener Blog:
www.einneuerweg.blogspot.com
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 04.04.2014, 18:01
Pauline7 Pauline7 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 01.01.2014
Beiträge: 10
Standard AW: Hormonelle Umstellung nach Ovarektomie

Liebe Uli-Wuli,

bei mir (43. J.) war das leider alles nicht so einfach! Mir sind vor 7 Monaten meine Eierstöcke und die Gebärmutter wegen eines Borderline-Tumors entfernt worden.

Mir ging es nach der OP eigentlich ganz gut. Klar war ich körperlich etwas schwach, aber die Schwerzen waren nach zwei Wochen weg. Ich war wieder zu Hause bei meiner Familie (meinem Mann und Zwillinge 6 J.), die Narbe verheilte gut und jeden Tag konnte ich mich besser bewegen.

Dann ca. 6 Wochen nach der OP kamen die WJ-Beschwerden. Ich konnte nicht mehr gut schlafen, schon gar nicht durchschlafen, Gelenkschmerzen, Vergesslichkeit, Haarausfall, die Haut (Gesicht) wurde trocken und faltig, ich hatte Herzrasen, leichte Hitzewallungen, Verdauungsprobleme, Nervosität und das aller, aller schlimmste war, ich bekam Depressionen.

Meine Hormonwerte waren alle fast auf Null. Ich will Dir keine Angst machen, aber so schlimm wie zu diesem Zeitpunkt ging es mir noch nie in meinem Leben. Diese Depressionen wurden immer schlimmer, sodass ich teilweise meine Kinder nicht mehr versorgen konnte. Ich wusste nicht mehr weiter. Meine Frauenärztin verschrieb mir ein Hormonpflaster. Das wirkte etwas, aber ich bekam eine Allergie auf das Pflaster. Dann habe ich Östrogengel bekommen. Das wirkte auch nicht so richtig, außerdem bekam ich davon starke Kopfschmerzen und Brustspannen. Die übrigen WJ-Beschwerden verschwanden, aber die Depressionen nicht. Zusätzlich probierte die natürliches Progesteron (Creme) aus. Das half auch nichts...

Ich habe tagelang im Internet gelesen und versucht eine Lösung zu finden. Ich war bei drei verschiedenen Endokrinologen. Sie konnten alle nicht helfen. Die Depressionen waren da. Und es war nicht nur etwas schlechte Laune, mir ging es richtig mies. Und es gab eigentlich keinen Grund dafür. Mir ging es körperlich wieder gut. Ich hatte kein Krebs - "nur" einen Borderline-Turmor. Ich mußte keine Chemo bekommen. Ich galt aus geheilt. Ich hatte viele Freunde um mich herum, die alle hilfsbereit waren. Ich hatte soetwas vorher noch nie verspürt. Ich war vor der OP sehr glücklich mit meinem Leben. Ich hätte nie und immer gedacht, dass mich so etwas treffen könnte. Hätte ich meine Kinder nicht gehabt, ich weiß nicht was ich getan hätte?! Ich habe ganz oft gedacht, wäre ich doch bei der OP gest....

Seit ca. 3 Monaten bekomme ich ein hormonelles Kombipräperat (Tabletten). Das ein Östrogen und ein Gestagen enthält. Und seit 2 Monaten nehme ich Antidepressiva-Tabletten.

Damit geht es mir jetzt besser. Ich bin zwar noch nicht bei 100% meiner alten Persönlichkeit angelangt, aber ich komme ganz gut klar. Ich kann mich schon wieder etwas freuen und das Leben wieder genießen.

Aber so einfach, wie ich vor der OP gedacht habe, ist das Ganze nicht. Eine Hormonersatztherapie kann niemals die eigenen Eierstöcke ersetzen!

Da Du nicht an Krebs erkankt bist, hast Du noch die Wahl. Ich hatte sie leider nicht. Ich würde Dir raten, zu warten, bis Du selber in den Wechseljahren bist und dann über eine solche OP nachdecken. Vielleicht kannst häufiger zu Kontrolluntersuchungen gehen. Aber in Deinem Alter würde ich es nicht machen. Es gibt sicherlich Einige bei denen alles ganz einfach ging, aber wenn Du nicht dazu gehörst, dann mußt Du damit leben und klarkommen.

Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du die richtige Entscheidung triffst!

Viele Grüße
Pauline
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 09.04.2014, 10:30
wattwanderin wattwanderin ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 22.08.2012
Beiträge: 15
Standard AW: Hormonelle Umstellung nach Ovarektomie

Hallo!
Dann auch mal meine Erfahrungen- ich habe mir im November 2012 prophylaktisch die Eierstöcke entfernen lassen- wegen der Veränderung auf dem BRCA1-Gen. Ich war 44 Jahre alt und noch sehr weit von den Wechseljahren entfernt... .
Seitdem nehme ich Östrogene als Gel und Progesteron als Kapseln (Utrogest, vaginal). Ich habe die Höhe meiner täglichen Dosen selbst ausgetestet- bei zu wenig Progesteron geht's mir mies ("dunkle Stimmung"), bei zu wenig Östrogen bekomme ich Hitzewallungen und Gelenkschmerzen. Das ist ein langer Prozess, jetzt, nach 1 1/2 Jahren, habe ich die für mich passende Dosis gefunden.
Allerdings ist die Lust auf Sex fast nicht da, laut Bluttest fehlt mir kein Testosteron, aber ich werde meine Ärztin da nochmal drauf ansprechen, ob ich das nicht testen kann.
Und vom Kopf her hat es auch etwas gedauert, völlig zu akzeptieren, dass ich nie wieder schwanger werden kann (wir haben 4 Kinder und die Planung abgeschlossen, klar, aber trotzdem....).
Liebe Grüße!
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 15.04.2014, 21:07
Benutzerbild von uli-wuli
uli-wuli uli-wuli ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 31.03.2014
Beiträge: 3
Standard AW: Hormonelle Umstellung nach Ovarektomie

Liebe XsunnyX, über Deinen Blog bin ich schon vorher "gestolpert"! :-)

Liebe Wattwanderin, liebe Pauline7,
vielen Dank für Eure Berichte! Gerade solche Erfahrungen wie Du sie gemacht hast, liebe Pauline7, machen mir Angst und die Entscheidung schwer!!!! Und kein Gynäkologe oder Endokrinologe redet so Klartext mit einem, oder?

Letzte Woche hatte ich ein sehr gutes Gespräch nach MRT, Mammographie und Ultraschall. Beide Brüste sind OK. Die Frauenärztin sieht die Ovarektomie auch als Chance, das Brustkrebsrisiko um 50% zu reduzieren. Aber sie hat den Zeitdruck ein wenig rausgenommen. Um o.g. Effekt zu erreichen, müsste ich die Eierstöcke vor der Menopause entfernen lassen - und da hab ich ja noch 2-3 Jahre ;-) Und das (Lebenszeit)Risiko für Eierstockskrebs ist bei BRCA2 ja tatsächlich nicht so hoch. Keine nahe Verwandte ist dran erkrankt, "nur" die Tante meines Großvaters mit 70 ...

Werde jetzt erst mal den Frühling + Sommer mit meiner Familie genießen und dann eine Entscheidung fällen!

Viele Grüße
uli-wuli
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 20:08 Uhr.


Für die Inhalte der einzelnen Beiträge ist der jeweilige Autor verantwortlich. Mit allgemeinen Fragen, Ergänzungen oder Kommentaren wenden Sie sich bitte an Marcus Oehlrich. Diese Informationen wurden sorgfältig ausgewählt und werden regelmäßig überarbeitet. Dennoch kann die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr übernommen werden. Insbesondere für Links (Verweise) auf andere Informationsangebote kann keine Haftung übernommen werden. Mit der Nutzung erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen an.
Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, vBulletin Solutions, Inc.
Gehostet bei der 1&1 Internet AG
Copyright © 1997-2024 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.
Impressum: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Eisenacher Str. 8 · 64560 Riedstadt / Vertretungsberechtigter Vorstand: Marcus Oehlrich / Datenschutzerklärung
Spendenkonto: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Volksbank Darmstadt Mainz eG · IBAN DE74 5519 0000 0172 5250 16 · BIC: MVBMDE55